Der Rügendamm ist ein großes Problem für die Touristen
„Rügendamm“ erhält Verstärkung

Um als Urlauber auf die Ostseeinsel Rügen zu gelangen, müssen sich Autofahrer vor allem in den Sommermonaten in Geduld üben. Von 2007 an sollen nun Touristen über die neue dreispurige Strelasundquerung stressfrei auf die Urlauberinsel gelangen.

HB STRALSUND/RÜGEN. Quälende Staus, stundenlanges Stopp and Go: Bevor der Großstädter an den feinsandigen Stränden oder an der Kreideküste von Rügen die Seele baumeln lassen kann, muss er sich über das Nadelöhr „Rügendamm“ zwischen Stralsund und der Insel quälen. Von 2007 an sollen nun Touristen über die neue dreispurige Strelasundquerung stressfrei auf die Urlauberinsel gelangen.

Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) gab am Dienstag den Startschuss für den Bau des mit vier Kilometern Länge derzeit größten Brückenbauvorhabens in Deutschland. „Vor allem Tourismus und Wirtschaft auf Rügen werden von dem Straßenbauprojekt profitieren“, sagte Stolpe. Rund 85 Millionen Euro kostet das aus Bundesmitteln finanzierte, kombinierte Brücken- und Dammbauwerk, das Rügen an die Ostseeautobahn A 20 anschließen soll.

Nach Berechnungen aus dem Jahr 2002 fahren im Jahresmittel knapp 17 000 Fahrzeuge pro Tag über den zweispurigen Rügendamm, der 1936 in Betrieb ging. Fünf Brückenöffnungen täglich für den Schiffsverkehr und immer wiederkehrende Reparaturen an der Zugbrücke sowie an den Dammsegmenten behindern den Verkehrsfluss. Verkehrsplaner erwarten künftig sogar einen Anstieg auf 32 000 Kraftfahrzeuge pro Tag, von denen allein 23 000 Fahrzeuge über die neue, parallel verlaufende Querung rollen sollen.

„Der Rügendamm ist ein großes Problem für die Touristen und ein Imageproblem für den Tourismusstandort Mecklenburg-Vorpommern“, sagt Jürgen Seidel, Vorsitzender der Landestourismusverbandes. Bei Umfragen des Verbandes gaben die Gäste den Urlaubsorten an der Küste zwar Bestnoten, bei der Benotung der Verkehrsanbindung senkten sie dagegen gnadenlos den Daumen. Mit 7,9 Millionen Übernachtungen im Jahr 2003 und 1,44 Millionen Gästen gilt Rügen als Deutschlands beliebteste Urlauberinsel. Auch die Wirtschaft, wie der Fährhafen Sassnitz, erhofft sich von der Anbindung an das deutsche Autobahnnetz einen Boom.

Umweltschützer wie der NABU befürchten allerdings, dass sich der Stau nur auf die Insel verlagern wird. Angesichts leerer öffentlicher Kassen sei es größenwahnsinnig, 85 Millionen Euro für eine zweite Straßenverbindung nach Rügen auszugeben, kritisiert Marlies Preller vom NABU Rügen. Nachdem 2003 das privat finanzierte Betreibermodell über eine Maut für den Bau der Strelasundquerung geplatzt war, beklagte zudem der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, dass die Baukosten von den Planern um ein Drittel zu niedrig angesetzt seien.

Das neue Bauwerk wird sich aus sechs aufeinander folgenden Einzelbrücken und einem Damm zusammensetzen. Mit einer Durchfahrtshöhe von 42 Metern für Schiffe entfallen die Brückenöffnungszeiten, so dass der Verkehr ungehindert rollen kann.

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