Dress for Success
Fab Four Fashion Forever

Abbey Road statt Savile Road – der Look der Beatles erlebt gerade ein fröhliches Revival. Swinging Sixties schweben über den Catwalk: Mode mit Musik in einem European Style. Auch als Geschäftsanzug.
  • 0

DüsseldorfMehr als 700 Anzüge für die Beatles schneiderten Douglas „Dougi“ Millings und sein Sohn Gordon für die Beatles. Auch deshalb: Wenn Sie mal Teile in die Reinigung gaben, fehlten oft Knöpfe oder komplette Outfits, deren Träger Teenager zum Kreischen brachten oder gar in Ohnmacht fallen ließen. Manchmal haben die Mädels den Musikern auch die Kleider vom Leibe gerissen. Und deren Schneider beneidet: Die durften die Jungs in Unterwäsche sehen …

Der Look der Fab Four prägte dann auch maßgeblich die Männermode der 60-er Jahre, welche gerade wieder ihr Revival erlebt. Wie war das damals? Modeschüler lauschen andächtig den Ausführungen von Gordon Millings beim Fashion Talk in der Düsseldorfer Akademie Mode und Design. Wie der heute 70-jährige den aktuellen Business-Look sieht, verrät er in einem Interview dem Handelsblatt: „Klassisch, dunkler Anzug, helles Hemd, elegante Schuhe, European Style eben.“ Dazu passen durchaus farbige Socken, Gordons sind pink. Das sei heute auch die feine britische Art, die gelte nicht nur in London, sondern auch in Paris und Berlin. Ob der Deutsche die beherrsche? Da gibt sich der Brite diplomatisch: „pretty good.“

Das war 1960 bei den Beatles anders. Bei ihrem legendären Hamburger Auftritt trugen sie noch lässige Rocker-Klamotten und auf dem Kopf eine Tolle im Teddy-Boy-Look. Der Look war unverkennbar ihrer Herkunft geschuldet: den Arbeitervierteln von Liverpool. Nicht selten kühn kombiniert mit modischen Ausrutschern: Paul McCartney mit Melone zur Lederjacke, exzentrische Cowboy-Stiefel zu verbeulten Arbeiter-Hosen.

Dabei gilt „Dress for Success“ ganz besonders auf der Bühne. Deshalb suchte der selbst stets elegante Beatles-Manager Brian Epstein nach einem neuen Image für seine Jungs. Brit Chic sollte es schon sein, aber Savile Road war zu teuer. Als Geheimtipp galt damals schon „Millings & Son“ im Londoner Künstler-Viertel Soho. Von dort bezog bereits Cliff Richard seine Bühnen-Outfits, und hier entstanden auch die ersten Anzüge, die für die Beatles bald zu Marken-Zeichen werden sollten: kragenlos mit scharf geschnittenen engen Hosen, schimmernder Kammgarn mit Mohair und abgepaspelten Kanten, eher androgyn als rockig. Als Top kam später noch ein Samtkragen dazu. Denn irgendwann stand ja dann auch ein Besuch bei der Queen an.

Seite 1:

Fab Four Fashion Forever

Seite 2:

Immer wieder Yellow Submarine

Kommentare zu " Dress for Success: Fab Four Fashion Forever"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%