2005er Dveri-Pax Eisenthür
Frisch vom Kloster

Vor 100 Jahren, als der nördliche Teil Sloweniens noch Untersteiermark hieß und zur Habsburger Krone gehörte, waren die Weine von der Lage "Eisenthür" eine Berühmtheit. Zwei Weltkriege und ein kommunistisches Regime gingen darüber hinweg.

Jetzt soll der Name, der von einem alten Schloss herrührt, wieder neuen Glanz erhalten. Dem Benediktiner-Stift im steirischen Admont wurden die Nutzungsrechte für Ländereien rund um die Stadt Maribor zugesprochen. Dies ist uralter klösterlicher Besitz, der nach langer Enteignung zurückgegeben wurde.

Derzeit fließen einige Millionen Euro, um die verfallenen Gebäude und Weinberge wieder herzurichten. Mittelpunkt ist der Jaringhof, ein Barockschloss nahe der Grenze zu Österreich hin. Darin entsteht ein modernes Weingut.

Das hübsche Anwesen soll auch Kulturstätte werden. "Wir wollen dort Zeichen setzen", versichert Helmuth Neuner, Wirtschaftsdirektor des Stiftes Admont. Das Projekt steht unter einem sinnigen Motto: "Pax Intrantibus", "Friede allen, die da eintreten".

Mit Erich Krutzler gewannen die Benediktiner den denkbar besten Mann für das Unternehmen. Der 38-Jährige, ein kraftvoller, freundlich-brummiger Kerl, stammt aus einem namhaften burgenländischen Weingut. Er erinnert sich: "Es war Liebe auf den ersten Blick", als er vor fünf Jahren zum ersten Mal den arg verwunschenen Jaringshof betrat.

Mit Feuereifer machte er sich an die Aufbauarbeit, schuftete mitunter rund um die Uhr. So viel Zeit blieb aber noch, Elisabeth Pichler zu heiraten, die aus einem namhaften Wachauer Weingut stammt. In den nächsten Tagen kommt das erste Baby.

Krutzlers liebster Weinberg ist Zelezne Dveri, die alte Eisenthür-Lage nahe dem Städtchen Jeruzalem. Der 2005er "Dveri Pax" verblüfft mit einer Vielfalt an Aromen. Der knackige, bei aller Fülle leichte Wein erscheint wie ein Korb voller Früchte. Grapefruit, Birnen, Nektarinen sind zu erahnen. Vorherrschend aber ist der Geschmack von Minze und Stachelbeere, als wäre es ein Sauvignon blanc.

"Mich wundert das immer wieder", so Krutzler. Die beiden Sorten in der Cuvée, Grauburgunder und ?ipon, der ungarische Furmint, sind an sich ziemlich neutral. Doch: "Wenn sie gemeinsam auf der Hefe reifen, entsteht dieser überraschend fruchtige Geschmack."

Dazu ein sommerliches Mahl: Zuerst klein geschnittene grüne Bohnen in wenig Hühnerbrühe oder Kalbsbouillon blanchieren. Die Bohnen sollen grün und knackig bleiben. Würfel von gekochten Kartoffeln zugeben. Olivenöl, Zitrone und etwas Senf einrühren. Mit Salz, einer zerstoßenen roten Pfefferschote und mit frischem Koriandergrün würzen.

Zu diesem lauwarmen Salat gibt es "Calamari alla griglia". Die Kalmar-Säckchen werden mehrfach eingeschnitten. Die entstehenden Ringe sollen noch miteinander verbunden sein. Mit Öl einpinseln, auf den Grill legen, dann erst salzen und pfeffern.

  • Wein:

    2005er Dveri-Pax Eisenthür
  • Rebsorte:

    Grauburgunder und Furmint
  • Anbaugebiet:

    Slowenien
  • Analyse:

    11,8ll Alkohol, 6,6 g Säure, 4,8 g Restzucker (pro Liter)
  • Mindestens haltbar bis:

    2007
  • Preis:

    7,60 Euro
  • Adresse:

    Viktoria Sagolla, Kirchenstraße 10a, 82 110 Germering, Tel. 089/ 841 56 21, Fax 84 00 56 16, E-Mail: slowenien-weine@t-online.de
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