Falkensteins Weinmacher
Verliebt in Beaujolais

Jean Joly ist ein bulliger Mensch mit schaufelförmigen, abgearbeiteten Händen und listigen Augen. Wer da auf einen Mann vom Bau tippt, liegt richtig. Nun denkt der 67-jährige Unternehmer an Ruhestand – und den möchte ganz seinem jüngst aufgebauten Weingut im Beaujolais widmen.
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KÖLN. Der Belgier aus Lüttich hat mit null Startkapital in vier Jahrzehnten eine Gruppe von einander zuarbeitenden Tiefbau-Unternehmen aufgebaut mit 200 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 45 Mio. Euro. Joly wusste umsichtig zu wirtschaften und gehört heute zu den erfolgreichen Unternehmern seiner Stadt.

Auch wenn er 67 Jahre zählt, mischt er noch immer im Geschäft mit. Nur zögerlich überlässt er seinem Sohn Pierre die Führung. Aber nun denkt Jean Joly ernsthaft an Ruhestand, pflegt er doch ein wunderschönes Steckenpferd: den Beaujolais.

In seiner Jugend hat der Belgier die anmutige Hügellandschaft hinter Villefranche oft durchstreift. Freundin Françoise ließ sich von seiner Begeisterung anstecken und kam mit. Bald danach heirateten sie. Die Hochzeitsreise 1964 führte – wohin schon? – ins Beaujolais. Auf der Heimfahrt nahmen sie ein Fässchen mit, das sie dann mit Freunden genüsslich leerten. Die Liebe, so und so, hat bis heute gehalten.

Vor vier Jahren begann Joly, ein Anwesen zu suchen, das er zu einem Weingut ausbauen wollte. Endlich fand er in dem Flecken Durette ein leidlich gut erhaltenes, herrschaftliches Haus mit Nebengebäuden. Es gehörte vier Brüdern, die einen verwegenen Preis verlangten. Nun gut, das Feilschen beherrschte der Bauunternehmer. Doch dann stellten sich lokale Behörden quer. Sie wollten, dass die Immobilie in französischer Hand bleiben sollte. Joly dachte schon aufzugeben, als plötzlich der Anruf kam: Er kann doch kaufen.

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