Falkensteins Weinprobe
Duft von Minze und Erdbeere

Die Herkunft der Sippe Argus liegt im Dunkeln. Seit vier Jahrhunderten arbeiten Träger dieses Namens als Bauern und Winzer im südpfälzischen Gleisweiler. Im Keller findet sich die Jahreszahl 1610.

Das Gewölbe ist mit dem schwarzen Pilz "Cladosporium cellare" überwuchert, der ein grundgutes Raumklima schafft. Mächtige Fässer stehen in Reih und Glied. Sie stammen zum Teil noch von Großvater Alfons Argus, der neben seiner Landwirtschaft Wein in kleinen Holzbehältern an die umliegenden Wirte verkaufte.

Nachdem Vater Georg, inzwischen 74-jährig und immer noch eine zuverlässige Hilfe, den Betrieb übernommen hatte, begann er sogleich, auf Flaschen zu füllen. 1963 wurde die letzte Kuh abgeschafft.

Nun ist Sohn Peter Argus der Chef. Er lagert in dem Keller seinen Rotwein. Vor drei Jahren hat er einen Stollen in den Hang oberhalb des Gutes graben lassen. Dort blinkt moderner Edelstahl, in dem er die weißen Sorten bereitet.

Seither sind Riesling, Weiß- und Grauburgunder in eine andere Liga aufgestiegen. Der 44-Jährige, groß, schlank, dunkelblond, wirkt mit seinem fast stechenden Blick zuerst unnahbar. Doch wenn er Vertrauen gefasst hat, kann er munter plaudern. Der Südpfälzer hat nicht studiert, ist Winzer mit Meistertitel. Er bildet Lehrlinge aus, derzeit sogar einen jungen Mann aus Norddeutschland. Auch wenn der Betrieb nicht groß ist, häuft sich die Arbeit. Für das geliebte Motorrad bleibt da wenig Zeit.

Aus dem vorigen Herbst stammt ein wundervoller Tropfen. Von etwa 50 im ersten Halbjahr probierten Rosé-Weinen aus aller Welt ist der von Peter Argus mit Abstand der schönste. Der hell gekelterte Spätburgunder duftet und schmeckt herrlich nach Erdbeeren und Minze. Die appetitanregende Säure steuert eine frische Citrusnote bei. Beim Nachschmecken überraschen steinige Aromen. Und bei aller Leichtigkeit füllt der Schluck den Gaumen lange aus.

Ein ebenso originelles wie einfaches Gericht passt perfekt zu diesem sommerlichen Wein: Ein Kopf Radicchio rosso wird klein geschnitten und in reichlich Öl angebraten. Wenn die roten Streifen dunkelbraun geworden sind, ein Glas Rosé und eine Tasse Sahne zugießen. Mit einer Löffelspitze Maisstärke andicken.

Köcheln lassen, salzen und pfeffern, mit etwas Knoblauch würzen. Die Sauce hat am Ende einen angenehm bitteren, auch leicht pilzigen Geschmack. Mit Nudeln und frisch geriebenem Parmesan servieren. Und wer will, brät sich noch ein Putenschnitzel.

Sommerlicher Genuss

  • Wein:

    2005er Rosé
  • Rebsorte:

    Spätburgunder
  • Anbaugebiet:

    Pfalz
  • Analyse:

    12,1° Alkohol, 56,3 g Säure, 5,1 g Restzucker (pro Liter)
  • Mindestens haltbar bis:

    Sommer 2007
  • Preis:

    5,50 Euro
  • Adresse:

    Weingut Argus, Hauptstr. 23 76 835 Gleisweiler, Tel. 063  45/ 91  94  24, Fax 063  45/ 91  94  25, www.argus-wein.de
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