Falkensteins Weinprobe
Ein Franke an der Mosel

Das Weingut Bastgen hat sich ein ebenso formschönes wie pfiffiges Logo zugelegt. Es zeigt stilisiert einen Weinstock, wie er typisch für die Mosel ist, und darüber einen Vogel. Die Rebe steht für sie, das Tier für ihn.

Sie, Mona Bastgen, 38 Jahre alt und gebaut wie eine 5 000-Meter-Läuferin, bestellt die Weinberge in Kesten und in Brauneberg. Er, Armin Vogel, 43 Jahre alt, groß, kräftig, dunkel gelockt, ist für den Keller zuständig. Selbstverständlich sind bei dieser Aufteilung je nach Arbeitsanfall die Grenzen fließend. Fünfeinhalb Hektar am steilen Schieferhang zu bewirtschaften kostet viel Kraft.

"Er ist mir einfach so zugeflogen", witzelt die Gattin. Vogel stammt aus Franken. Die Beiden hatten sich beim gemeinsamen Weinbaustudium in Geisenheim kennen gelernt. Die Hochschule dort genießt als Lehranstalt wie als Eheschmiede einen guten Ruf. Offenbar war es der Studentin damals nicht allzu schwer gefallen, den Kommilitonen vom Main an die Mosel zu locken. "Da wachsen ja doch die eleganteren Weine", gibt er schmunzelnd zu. Und: "So bin ich fast ein Moselaner geworden."

Nur in einem Fall hat er sich mit fränkischer Denkweise durchgesetzt. Es gibt da im oberen Teil des Kestener Herrenbergs einen von ihren Eltern geerbten Wingert, der mit Müller-Thurgau bestockt ist. Sie mochte diese Sorte nicht, die an der Mosel als minderwertig verschrien ist, und wollte schon alles aushauen. Er dachte an seine alte Heimat, wo diese Rebe vorherrscht und, solange ein honoriger Winzer dahinter steht, durchaus feine Weine hervorbringen kann.

Sie ließ sich überreden, einen Rivaner anzubieten. Das ist nur ein anderer Name für den Müller-Thurgau. Der sollte dann aber - so ein ungeschriebenes und leider nicht immer beachtetes Gesetz - mit der gleichen Liebe wie ein Riesling behandelt und ohne Süße angeboten werden. Geringer Ertrag und schonendste Behandlung im Keller sind dafür die Voraussetzung. Vogel behielt Recht: Seit elf Jahren wird dieser Wein erfolgreich verkauft.

Auch beim hitzigen Jahrgang 2003 gelang es ihm, ein zartes Tröpfchen zu keltern mit Zitronenfrische und Minze im Duft, mit einem Hauch Aprikose und feinen Schieferaromen beim Nachschmecken. Der Wein wird nicht zu kalt getrunken.

Jetzt gibt es besten Spargel aus deutschen Landen, und mit diesem noblen Gemüse sollte - bittschön - kein Firlefanz angestellt werden. Einfach mit neuen Kartoffeln und heißer Butter servieren. So schmeckt er am besten.

Vom Schiefer


Wein

2003er Rivaner Classic
Rebsorte Müller-Thurgau
Anbaugebiet Mosel
Analyse 12,4° Alkohol, 6,0 g Säure, 6,4 g Restzucker (pro Liter)
Mindestens haltbar bis Ende 2004
Preis 4,50 Euro
Adresse Weingut Bastgen, Hofstraße 18, 54518 Monzel Tel. 06535/ 933092, Fax - 1579
E-Mail info@weingut-bastgen.de

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%