Falkensteins Weinprobe
Gewachsen in guter Erde

Tsantali? Das ist doch nicht etwa jene Großkellerei, die den deutschen Markt mit lieblichen Unsäglichkeiten vom Typus Imiglykos (rot) und Kokkinelli (rosé) überschwemmt? Das war einmal.

Wie ein Rubin funkelt der Wein im Glase. Düfte von Johannisbeeren und schwarzem Pfeffer steigen auf. Am Gaumen entfacht die Cuvée aus der urgriechischen Sorte Limnios und der französischen Grenache ein fröhliches Feuer. Die freche, fruchtige Säure lässt den Schluck leichter erscheinen, als er ist.

Eine Andeutung von Holz ist zu spüren, erdige Aromen kommen auf. Lange klingt der rassige Tropfen nach. Name: "Kali Gi", was gute Erde bedeutet. Anbau: biologisch. Herkunft: Halbinsel Chalkidiki im Norden Griechenlands. Erzeuger: Die Evangelos Tsantali AG.

Tsantali? Das ist doch nicht etwa jene Großkellerei, die den deutschen Markt mit lieblichen Unsäglichkeiten vom Typus Imiglykos (rot) und Kokkinelli (rosé) überschwemmt?

Gemach, das war einmal. Natürlich werden in der Tsantali-Kellerei in dem kleinen Ort Agios Pavlos, 30 Kilometer östlich von Thessaloniki, nach wie vor große Mengen für den Lebensmittelhandel und die schlichte Gastronomie gefertigt: ungeheure 16 Millionen Flaschen im Jahr.

Doch der Anteil von guten bis noblen Weinen ist seit zehn Jahren beachtlich gestiegen. "Wir mussten uns um 180 Grad drehen. Das Geschäft mit den Supermärkten war nicht mehr kostendeckend", erklärt Georgios Tsantalis.

1997, nach dem Tod des Onkels Evangelos, der das Unternehmen bei Kriegsende begründet hatte und immer der größte Abfüller im Lande sein wollte, riss sein Nachfolger das Steuer herum. Auch wenn er offiziell nur Vizepräsident ist und nur ein Viertel der Anteile besitzt, konnte er die Miteigner davon überzeugen, dass vor allem in eigene Weinberge investiert werden musste. Dort, wo die Natur es zulässt, werden die Reben biologisch gepflegt.

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