Falkensteins Weinprobe
Phönizische Erbschaft

Salvatore di Gaetano ist ein nachdenklicher, fast scheuer Mensch. Er führt wohl erfolgreich eine große Kellerei, kann auch elegant in Gesellschaft auftreten.

Doch am liebsten fährt er mit Fischern aufs Meer hinaus. Bei diesen einfachen, rauen Männern, die nicht viel Worte machen, fühlt er sich gut aufgehoben. Das hängt sicherlich mit seiner Herkunft zusammen. Der kleine Herr mit den fein geschnittenen Zügen stammt aus reichem Hause. Ein großes Bauunternehmen und ein Netz von Tankstellen gehören zur Familie. Und wo viel Geld ist, drängeln sich die selbst ernannten Freunde.

Den Rummel um seine Person konnte der junge di Gaetano immer weniger leiden. Er kam ins Grübeln. Dann reifte sein Entschluss, selbst etwas auf die Beine zu stellen. Nach langen Gesprächen mit dem Vater wurde die Idee geboren, etwas aus den alt ererbten Rebgärten zu machen. "Damit", so sagte di Gaetano sich, "kann ich für meine Heimat etwas Gutes tun." Denn sizilianischer Wein hatte damals keinen sonderlich guten Ruf.

Aus bescheidenen Anfängen wuchs am Rande von Paceco im Nordwesten der Insel die Kellerei Firriato heran, benannt nach einem alten Fürstensitz. Die ersten Weine waren noch schlicht. Dann holte er sich australische Berater ins Haus, Flying Winemakers, Reisende in Sachen Reben und Keller, die so ziemlich alles auf den Kopf stellten.

Die Folge waren gewaltige Investitionen. Die Erzeugung wurde in wenigen Jahren verzehnfacht, und davon gehört immerhin fast die Hälfte zu oberen Qualität. Zur Hinterlassenschaft der Australier gehörte auch die Erkenntnis, dass sich aus der bodenständigen weißen Rebsorte Grillo, die wahrscheinlich mit den Phöniziern auf die Insel kam, rassige Menüweine fertigen lassen. Bislang wurden die Trauben, wenn sie überreif waren, zu Marsala verarbeitet. Eine frühere Lese jedoch ergibt einen kraftvollen Trunk mit knackiger Säure.

Der 2003er Grillo duftet nach Minze und Liebstöckel. Sein dichter Geschmack erinnert an Aprikosen. Man spürt eine leicht salzige Note dabei.

In Sizilien gibt es ein uraltes Gericht, Pasta con le Sarde: Bucatini (dünne Röhrennudeln) kochen und in das sprudelnde Wasser Fenchelsamen streuen. Zuvor gesalzene Sardinen wässern, entgräten und stückeln. In der Pfanne reichlich Öl erhitzen, darin Zwiebelringe andünsten, eine Hand voll kleiner Würfel Staudensellerie zugeben. Dann der Clou: Nach und nach jeweils zwei Esslöffel fertige Tomatensauce, Pinienkerne, Rosinen unterrühren. Alles mit den Sardinen kurz aufkochen und über die Nudeln geben. Pit Falkenstein

Aus Sizilien

Wein 2003er Grillo Altavilla
Rebsorte Grillo
Anbaugebiet Sizilien
Analyse 13,9° Alkohol, 6,2 g Säure, 3,8 g Restzucker (pro Liter)
Mindestens haltbar bis Ende 2005
Preis 7 Euro
Adresse Weinhandel Tristano Steinbücheler Weg 29, 51061 Köln, Tel. 0221/601789, Fax-603318

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