Falkensteins Weinprobe
Rosarotes Meisterwerk

Riccardo Cotarella lässt sich möglichst nur mit Krawatte fotografieren. Wie ein Winzer sieht er nicht aus, eher wie der Chef einer Bankfiliale.

Das schwarze Haar ist von Silberfäden durchzogen. Hinter einer ungewöhnlich großen Brille huschen hellwache Augen. Der 55-Jährige ist ein viel beschäftigter Mann. Als gefragter Önologe berät er rund 40 Weinbetriebe, leitet zudem zwei Winzergenossenschaften. Und ein eigenes Weingut besitzt er auch noch. Er habe einen 30-Stunden-Tag, wird in seiner Umgebung gespöttelt. Und doch ist der Mann immer freundlich, erscheint nie müde.

Cotarellas Arbeitsfeld umfasst die Regionen Umbrien, Latium und Kampanien, Anbaugebiete mit nicht eben strahlendem Ruf. Doch wenn es zwischen Perugia und Neapel jetzt da und dort vernünftige Weine gibt, dann steckt sicher sein guter Rat dahinter. Bei seinem Können hätte er wohl auch in der Toskana Karriere gemacht. Doch er hat eine Schwäche für Underdogs und liebt Mittelitalien.

In seinem eigenen Gut Falesco in Montefiascone am Bolsena-See spannt er seine ganze Familie ein. Der Tochter Dominga hat er jetzt die Geschäftsführung anvertraut. Dort an der Grenze zwischen Umbrien und Latium, wo zumeist Weißwein erzeugt wird, beschäftigt er sich mit roten Rebsorten. Weithin gerühmt wird sein "Vitiano", der trotz großer Mengen von erstaunlicher Qualität ist. Der amerikanische Wein-Papst Robert M. Parker spart nicht mit Lob. Es gibt aber auch Kritiker, die diesen fülligen Roten als austauschbares Industrieprodukt bezeichnen - auf allerdings hohem Niveau.

Voriges Jahr hat Cotarella zum ersten Mal einen Rosé gefertigt, der schon fast ein heller Rotwein ist und verführerisch nach Erdbeeren duftet und schmeckt. Dieser "Belfiore" ist ein kraftvoller Tropfen mit erfrischender Säure und viel Eigenart, geprägt von vulkanischen Böden. Die angebrochene Flasche schmeckt andern Tags noch besser, was auf Haltbarkeit hinweist. Der Wein sollte nicht zu kalt getrunken werden.

Dazu passt ein pfiffiges Ragout: Zuerst Schalotten und Knoblauch klein hacken, eine Fenchelknolle und eine dicke Möhre würfeln, alles in heißem Olivenöl schmoren, zwei Gläser trockenen Weißweins zugießen und einen Esslöffel Tomatenmark unterrühren. Danach Geflügelleber und eine Hähnchenbrust klein schneiden, nacheinander jeweils zwei Minuten anbraten, mit der Gemüsemasse mischen und mit Thymian würzen. Mit Spaghetti servieren.

Aus dem Latium
Wein 2003er Belfiore Rosato
Rebsorte Merlot, Aleatico
Anbaugebiet Latium
Analyse 12,5° Alkohol, 6,0 g Säure, 2,0 g Restzucker (pro Liter)
Mindestens haltbar bis Ende 2005
Preis 6,90 Euro
Adresse Pinard de Picard, Fort Rauch 2, 66740 Saarlouis, Tel. 06831/122729, Fax-122730
E-Mail info@pinard.de

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