Falökensteins Weinprobe
Riesling mit Überraschungen

Eine Südpfälzer Familiensaga: Urgroßvater Gustav Lidy, tüchtiger Bauer und Winzer in Frankweiler, war bei den Nachbarn wegen seines ausgleichenden Wesens wohl gelitten. Ihm fiel die Aufgabe zu, die Weinberg-Flurbereinigung im Ort zu organisieren.

Weil er seine eigenen Wünsche hintan stellte, bekamen die Kollegen die begehrten fetten Rebgärten in der leicht zu bewirtschaftenden Ebene. Ihm selbst blieben zuletzt die kargen Hänge übrig.

Heute sind seine Nachkommen dafür dankbar. Die steilen Lagen machen zwar mehr Arbeit, bringen auch keine hohen Erträge. Doch sind die Weine um vieles ausdrucksvoller.

Großvater Gustav Bertram Lidy zog es vor 30 Jahren aus der Enge des Dorfes hinaus. Er baute auf freiem Feld um einen mächtigen Nussbaum herum einen großen Hof. Die Landwirtschaft gab er auf und verlegte sich ganz auf den Wein. Der alte Herr zählt nun 71 Jahre, ist wohlauf und geht mit milder Begeisterung seinem Steckenpferd nach, dem Brennen feiner Destillate.

Chef des Weinguts ist jetzt Gustav Bertram Lidy junior, 47 Jahre alt, mittelgroß, ein fescher Kerl, der unterm wehrhaften Schnauzbart strahlend zu lächeln weiß. Ihm ist der Stolz auf das propere Erbe und auf seine Erfolge anzusehen. Seine Weine heimsten schon viele Preise ein und werden in der kritischen Fachpresse stetig freundlicher beschrieben.

Dafür ist letztlich der 23-jährige Sohn Marcel verantwortlich zu machen. Er hat in führenden Pfälzer Weingütern gelernt. Im Keller macht ihm so schnell keiner etwas vor.

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