Herbstjacken
Leichtigkeit ist Trumpf

Funktionsstoffe haben die Mode in den vergangenen Jahren revolutioniert. Jacken und Mäntel waren noch nie so leicht. Im Trend liegen kurze und körperbetonte Modelle, die das Sakko ersetzen können.
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Technisch anmutende Materialien mit Funktionen wie Wasserresistenz und Atmungsaktivität sind aus dem Alltag mittlerweile nicht mehr wegzudenken. „Die größte Innovation ist, dass Funktionen nicht mehr auf dem ersten Blick sichtbar sind, sondern sich in die Mode integrieren”, sagt Renata DePauli, Gründerin und Chefin von Herrenausstatter.de.

Auch wenn in dieser Saison ein Trend zu robusten Materialien erkennbar ist, bleiben Jacken und Mäntel dank des Verzichts von Einlagestoffen und Polstern leicht und bequem. Voluminöse Stoffe schaffen einen schweren Look, der jedoch eher durch flauschige Ausrüstungen und weiche Oberflächenstrukturen kreiert wird als durch das Gewicht der Stoffe. Viele Mäntel sind aufgrund ihres vorzeigbaren Innenleben zudem oft halb- oder ungefüttert.

Bei den Farben dominieren wie jeden Herbst gedeckte Töne. „Die größten Player der Saison sind erdige Töne und Gewürzfarben wie Curry, Safran oder Chili. Petrol und Bordeaux geben ebenfalls tolle Akzente in der Outerwear“, weiß DePauli.

Die Silhouetten werden im Vergleich zu den vorherigen Saisons noch körperbetonter und definierter. Für den Büroalltag eignen sich laut Experten am besten kurze, schlanke Mantelmodelle mit weichen runden Schultern. Ein Trend geht zu leichten Funktionsmänteln aus beschichteter Wolle sowie zu Cabanjacken aus einer Woll-Kaschmirmischung, die locker über dem Sakko getragen werden. Der Klassiker Trenchcoat ist diese Saison kürzer und schlanker geschnitten.

Bei kälteren Temperaturen kann zu Jacken in Wolloptik mit einem Futter aus Gänsedaune gegriffen werden. Während schlanke und kurze Steppjacken oft als Sakkoersatz dienen, werden klassische Daunenjacken- und -mäntel im Winter über dem Sakko getragen. Wie bei allen Jacken gilt auch hier: Die Farbe sollte schlicht und zu jedem Anzug der Garderobe kombinierbar sein. 

Trotz steigender Funktionalität ist in der Outerwear wieder eine Entwicklung zu natürlichen Materialien erkennbar. „Das ist nicht nur ein Vintage- oder Retrogedanke, sondern die Sehnsucht nach den verloren gegangenen Traditionen und echten Werten“, sagt Matthias Rollmann, Deutschlandchef des Herrenausstatters Scabal.

Beim Kauf sollte man neben dem Look vor allem auf die Funktion achten. „Wie so oft gilt: Weniger ist mehr. Die Jacken sollten funktionelle Taschen und Verschlusslösungen haben, aber weniger unnütze Details wie funktionslose Knöpfe”, sagt Rollmann. Auch das Innenleben muss dem funktionalen Charakter der Jacke folgen und aus einem natürlichen oder atmungsaktiven Material gefertigt sein. Die Verarbeitung ist neben einem gut sitzenden Schnitt das A und O. 

Eine Jacke, die nicht nur ordentlich aussieht, sondern auch aus ansprechendem und langlebigem Material gearbeitet ist, kostet laut Rollmann im Handel locker 500 Euro. „Wenn Kaschmir und andere Edelfasern ins Spiel kommen, sei es als Oberstoff oder Futter, kann man schnell den doppelten Betrag und mehr erreichen”, weiß der Experte. Gewachste Jacken aus Merinowolle können als Mantel gut und gerne 3.500 Euro kosten.

Annika Reinert
Marie Mertens
/ Freie Modejournalistin

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