Jürgens Weinlese
Die besten Bioweine

Alljährlich veranstaltet der Dachverband der Biowinzer eine große Verkostung. Welche Weine ausgezeichnet wurden, wie solch eine Jury arbeitet und warum Bioweine immer mehr Anhänger finden.
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Schauen, schwenken, schnüffeln, schmatzen und schlürfen, spucken und anschließend (weg-)schütten. Dann den Wein bewerten. Die Reihenfolge bei einer professionellen Weinverkostung ist klar strukturiert.

Am vergangenen Dienstag dieser Woche durfte ich mich wieder sklavisch an diese Reihenfolge halten. Als Jurymitglied bei der Ecowinner-Verkostung, der internen Probe von Ecovin. Er ist mit 250 angeschlossenen Betrieben aus elf Anbaugebieten der größte deutsche Verband ökologisch arbeitender Weingüter. Es galt, 432 Weine bzw. Sekte in 17 verschiedenen Kategorien zu bewerten.

Denn die Zahl der Biowinzer wächst stetig: Die Anbauflächen im Öko-Weinbau haben sich von 2007 bis 2012 in Deutschland mehr als verdoppelt, liegen mittlerweile bei 7.5 Prozent der gesamten Weinfläche. Früher galt noch der Spruch: „Biowinzer haben keine Kunden, nur Sympathisanten“. Das gilt längst nicht mehr. Bioweine sind – wie andere Biolebensmittel auch – in unserer Gesellschaft angekommen.

Doch Bio ist nicht gleich Bio. So wie es bei den Grünen Fundis und Realos gibt, dominieren beim Öko-Weinanbau zwei Grundrichtungen: biologisch-organischer Weinbau, der auf naturnahe Bewirtschaftung und auf den Verzicht von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln setzt, und biologisch-dynamischer Weinbau.

Bei den letzteren Anhängern dominiert die Lehre des Anthroposophen Rudolf Steiner. Dabei werden unter anderem mit Kuhmist oder Kuhkiesel gefüllte Kuhhörner vergraben, nach Monaten wieder ausgegraben und der Inhalt mit Wasser verdünnt auf die Blätter bespritzt. Vergleichbar mit der Homöopathie beim Menschen. Auch Mondphasen werden berücksichtigt. Das können Weinliebhaber belächeln oder begrüßen.

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