Jürgens Weinlese
Die neue Trendtraube

Hawesko, Europas größter Weinkonzern, verkauft deutlich mehr Flaschen mit dieser Rebsorte. Auch deutsche Winzer vergrößern ihre Anbauflächen und melden schnell ausverkauft. Welche Weine am meisten verkauft werden.

Lange Jahre hat die Rebsorte Sauvignon Blanc bei deutschen Winzern ein Nischendasein gefristet. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Die Rebfläche für diese Traubensorte ist nach Angaben des Deutschen Weininstituts (DWI) in den vergangenen zehn Jahren von 135 auf mittlerweile 850 Hektar (Stand 2014) gestiegen.

„Sauvignon Blanc hat durchaus Potential, sich ähnlich wie die Rebsorte Chardonnay hier in Deutschland nachhaltig zu etablieren“, meint Ernst Bücher, Pressesprecher der zentralen Marketingorganisation für deutsche Weine. „Da ist noch Luft nach oben“. Zum Vergleich: Chardonnay wird auf rund 1700 Hektar in Deutschland angebaut. Ein wichtiges Argument für Sauvignon Blanc: Er lässt sich offenbar gut verkaufen, viele deutsche Winzer melden nach Büschers Erfahrung „relativ schnell ausverkauft“.

Auch bei der börsennotierten Hawesko Holding, Europas größtem Händler für hochwertige Weine und Champagner, spürt man diesen Trend nach deutschen Weinen mit der Rebsorte. Allerdings sei dieser noch nicht richtig beim Kunden angekommen, meint Hawesko-Einkäufer Andy Schmelzer.  Seiner Ansicht haben bei Weinen aus Deutschland die Burgundersorten wie Weiß-, Spät- und Grauburgunder erhebliche Marktanteile gewonnen, während die klassische deutsche Traubensorte Riesling derzeit etwas schwächelt.

Doch der Trend hin zu Sauvignon Blanc insgesamt ist anhand der steigenden Verkaufszahlen deutlich spürbar. Fast jede achte Flasche, die das Unternehmen verkauft, ist mit dieser Rebsorte. In den vergangenen Jahren stiegen die Verkaufszahlen deutlich, allein in den ersten neun Monaten 2015 um 12,5 Prozent.

Die Geschichte von Sauvignon Blanc lässt aus Sicht des Weinhändlers Hawesko einfach erzählen. Vor gut zehn Jahren war diese Rebsorte von der Loire – in Form der Weine Sancerre und Pouily-Foume  - und aus Norditalien, zumeist aus der Region Friaul, ein wichtiger Bestandteil des Angebotes. „Es sind spannende, hochwertige Weine“, meint Schmelzer. Bis es immer schwieriger wurde, derartige Weine aus Frankreich zu einem entsprechenden Preis zu erwerben. „Der Beschaffungsmarkt wurde schwierig“, wie der Einkäufer es ausdrückt.

Gleichzeitig kamen immer besser werdende Sauvignon Blancs aus anderen Ländern auf den Markt. „Neuseeland war der Vorreiter“, erinnert sich Schmelzer. Die Winzer vom anderen Ende der Welt stellen vor allem sehr aromatische Sauvignon Blancs her und sind dadurch einzigartig.

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