Jürgens Weinlese
Ein Hauch von Schokolade

Cabernet Sauvignon, Merlot, Bordeaux, aber Lagrein? Diese Rebsorte gehört eher zu den unbekannten. Das muss allerdings nichts heißen. Eine Verkostung auf Wunsch von Handelsblatt-Lesern.
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Kennen Sie die Rebsorte Lagrein? Ich kannte nur den Namen, mehr aber auch nicht. Zumindest wusste ich nicht wie die Rebsorte schmeckt. Das hat sich geändert, weil vor einigen Monaten mehrere – offenbar treue – Leser meiner Kolumne mich gebeten hatten, etwas zu dieser Rebsorte zu schreiben. Was mich doppelt gefreut hat. Zum einen wegen der Resonanz der Leser. Und zum anderen, weil ich meine Neugier über eine mir noch unbekannte Rebsorte stillen konnte.

Was ich mittlerweile nach mehreren Gesprächen und Verkostungen in Erfahrung bringen konnte: Lagrein zählt tatsächlich zu den unbekannten Rebsorten und wird weltweit schätzungsweise nur auf 500 Hektar angebaut. Da brauchte ich mich für meine Unwissenheit nicht zu schämen. Der Wein wird hauptsächlich in Südtirol angebaut – speziell die Lagen um den Bozener Stadtteil Gries gelten als gute Anbaufläche.  In den letzten Jahren sind auch die Lagen in der östlichen Talebene Bozens sowie bei Auer mit außerordentlich gutem Lagrein aufgefallen.

Die Weine sind sehr tanninreich. Um diese Gerbstoffe abzubauen, reift diese Rebsorte meist eine längere Zeit im Holzfass. Die Weine, die ich verkostet habe, hatten eine sehr dunkle Farbe mit vollem Körper, sind aber nicht zu schwer. Sie bieten Aromen von dunklen Früchten und Beeren sowie oftmals Schokoladennoten.

Probiert habe ich das erste Glas Lagrein in einer Dortmunder Weinbar mit Namen Weinkommissar – wovon es auch Filialen in Düsseldorf und Bonn gibt. Der Wein stammt vom Gut Nils Margreid aus Südtirol. Er hat zwangsläufig nicht die Kraft, wie Weine aus Süditalien, dafür ist er samtig und elegant mit würzig-fruchtigen Aromen und sehr schönen Schokoladennoten. Ein leckerer Wein und mit 9,75 Euro Verkaufspreis in der Weinbar auch nicht zu teuer.

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Lagrein der Oberklasse

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