Jürgens Weinlese
Picknick unter Sonnenschirmen

Weine aus Südafrika werden in Deutschland immer beliebter. Warum ist das so? Handelsblatt-Online-Weinliebhaber Jürgen Röder hat in seinem Urlaub die Weinregion besucht und Antworten erhalten.
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Weine aus Südafrika liegen im Trend. „Wir sind in Deutschland die Nummer eins bei den Weinen aus der Neuen Welt“, meint stolz die Wines of South Africa (Wosa), eine Vereinigung der exportorientierten Winzer in dem afrikanischen Land. Diese Einschätzung wird auch von der Macrom Wine Consult bestätigt -  eine Beratungsfirma, die seit 20 Jahren den deutschen Weinmarkt und seine Entwicklungen beim Verkauf analysiert. Weine aus diesem Land treffen verstärkt den Geschmack des deutschen Publikums, heißt es in ihrer Studie. Dies sei auch eine Folge des Strukturwandels im Weinmarkt, wo früher viel per Katalog bestellt wurde, und nun der Online-Handel auf Platz 1 steht.

Auch die Exportzahlen sprechen eine eindeutige Sprache: 2013 konnte Südafrika seinen Weinexport um 26 Prozent gegenüber 2012 steigern. Auch wenn der Anteil der Fassweine, bei denen die Wertschöpfung nicht im Lande bleibt, gestiegen ist, hat sich ebenfalls die Menge der abgefüllten Weine deutlich erhöht. 96,5 Millionen Liter Wein wurden 2013 nach Deutschland verkauft, davon 18,9 Millionen Liter abgefüllt – ein Plus von mehr als 20 Prozent gegenüber 2012. Die im Ausland gefragtesten Weißweinsorten sind Chenin Blanc, Sauvignon Blanc und Chardonnay, bei den roten Reben führt Shiraz knapp vor Merlot. 

Doch warum erfreuen sich südafrikanische Weine steigender Beliebtheit? Ein Grund für mich ist das exzellente Angebot in Sachen Weintourismus. Drei Wochen Urlaub habe ich dort gemacht und an einigen Tagen davon mehrere Weingüter besucht. Man kann südafrikanische Weine mögen oder nicht, aber für mich steht nach dem Besuch von unterschiedlichen Weinregionen auf der ganzen Welt fest: In Sachen Weintourismus ist Südafrika die Nummer eins.

Diese Einschätzung haben mir auch viele Winzer und die Wosa-Vereinigung bestätigt. „Viele Touristen besuchen uns, probieren unseren Wein und kaufen ihn wieder in ihrem Heimatland“, meint auch Johan Malan, Mitinhaber und Winemaker beim Weingut Simonsig. Somit hilft eine steigende Zahl an Touristen auch den Weingütern: Aus Deutschland besuchten knapp 205 000 Touristen von Januar bis Oktober 2012 das Land – eine Steigerung von mehr als zwölf Prozent im Vergleich zum  Vorjahr. 

Für Weinliebhaber gibt es 21 Weinrouten in der riesigen Region Western Cape mit den traditionellen Gebieten Stellenbosch und Franschhoek, Nothern Cape und KwaZulu-Natal. Mehr als 600 Weingüter sind für Weintastings geöffnet, 150 davon bieten im Restaurant Mittagessen, ein Großteil auch Frühstück und/oder Abendessen an. Wer auf einem Weingut übernachten will, findet eine reichhaltige Auswahl. 110 bieten Frühstück und Übernachtung (B&Bs) oder Apartments für Selbstversorger an. Und Nachhaltigkeit ist ein bedeutendes Thema, wie mir die Wosa eindrucksvoll erklärt hat.

Es gibt auch ein umfangreiches Buch mit Namen „Wine tourism South Africa“, das die vielfältigen Angebote beschreibt, bewertet und die attraktivsten Weinkeller, die besten Restaurants, die umfangreichsten Spielmöglichkeiten für Kinder usw. auszeichnet.

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