Luftverkehr
Flugzeug-Absturz bei Amsterdam gibt weiter Rätsel auf

Der plötzliche Absturz einer türkischen Passagiermaschine mit 135 Menschen an Bord nahe Amsterdam gibt den Ermittlern weiter Rätsel auf. Dutzende Experten setzen heute die Untersuchung und Dokumentation der Wrackteile auf einem Acker in der Nähe der Landebahn fort. Zugleich mehrten sich Hinweise auf technisches Versagen als Ursache des Absturzes.

AMSTERDAM. Dutzende Experten setzen heute die Untersuchung und Dokumentation der Wrackteile auf einem Acker in der Nähe der Landebahn fort. Zugleich mehrten sich Hinweise auf technisches Versagen als Ursache des Absturzes. Die Boeing 737 der Turkish Airlines war am Mittwoch beim Landeanflug auf den Airport Amsterdam-Schiphol abgestürzt. Dabei waren neun Menschen getötet und 86 verletzt worden. Unter den Toten sind mindestens zwei Angestellte des US-Flugzeugbauers Boeing.

Ein weiterer Boeing-Angestellter an Bord des Unglücksflugzeugs sei verletzt worden und liege noch in Krankenhaus, hieß es in einer Mitteilung des Konzerns. Er erwartet noch Informationen über das Schicksal des vierten Angestellten. "Dies ist ein trauriger Tag für unser Unternehmen", sagte Boeing-Chef Jim McNerney. Er sprach den Angehörigen aller Opfer sein Mitgefühl aus.

Zuvor hatten die niederländischen Behörden mitgeteilt, bei dem Absturz seien vier US-Amerikaner und fünf Türken getötet worden. Insgesamt waren sechs US-Bürger an Bord. Unter den Überlebenden ist auch ein Deutscher. Zu den Rätseln des Fluges 1951 der Turkish Airlines von Istanbul nach Amsterdam gehört bislang, dass 134 Menschen auf der Passagierliste standen, tatsächlich aber 135 an Bord waren. Wie die Behörden in Schiphol erklärten, gab es dafür zunächst keine eindeutige Erklärung.

Ein offizielles Zwischenergebnis der Ermittlungen sei nicht vor Sonntag zu erwarten, teilte eine Sprecherin der Flugsicherheitsbehörde mit. Dennoch äußerten Experten sich in Medieninterviews zu möglichen Ursachen des plötzlichen Absturzes der Boeing 737-800. Augenzeugen hatten berichtet, dass die Maschine aus knapp 100 Meter Höhe plötzlich "mit dem Heck zuerst wie ein Stein vom Himmel fiel".

Dies deute auf einen Triebwerksausfall hin, sagte Untersuchungsleiter Pieter van Vollenhoven im Fernsehen. Die Ursache dafür müsse jedoch erst noch ermittelt werden. Andere Fachleute äußerten derweil die Vermutung, dass es doch Probleme mit dem Treibstoff gegeben haben könnte. In dem Wrack sei kaum noch Kerosin gefunden worden. Möglicherweise hätten Warninstrumente versagt.

Den Piloten war jedoch nach niederländischen Medienberichten kein technisches Problem oder gar ein Ausfall der Treibstoffzufuhr bewusst. Aufzeichnungen der Kommunikation zwischen Cockpit und Flugleitung beim Landeanflug machen deutlich, dass alle Beteiligten bis zum Absturz von einer völlig normalen Landung ausgingen.

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