Meteorologisches Frühlingsende
Meteorologen finden Mai und April zu mild

Trotz heftiger Unwetter und zahlreicher winterlicher Tage ist der Frühling in Deutschland nach Ansicht von Meteorologen in diesem Jahr nicht ungewöhnlich gewesen. Nach Temperaturen mit mancherorts minus 30 Grad im März sei der April sogar zu mild ausgefallen.

HB FRANKFURT/BOCHUM. Auch im Mai war es vielerorts um ein Grad zu warm, teilte der Wetterdienst Meteomedia am Dienstag mit. Aus Sicht der Meteorologen endet der Frühling bereits an diesem Mittwoch. Die Wetterexperten rechnen aus statistischen und praktischen Gründen die Jahreszeiten in vollen Monaten.

Die tiefste Temperatur wurde am 20. März mit minus 29,5 Grad am 1600 Meter hoch gelegenen Funtensee im Berchtesgadener Land gemessen. Skandinavische Kaltluft in Verbindung mit einer sternenklaren, windstillen Nacht sorgte Mitte März auch im Flachland für außergewöhnlich frostige Bedingungen. So war es beispielsweise am Hamburger Flughafen am Morgen des 13. März minus 15,3 Grad kalt. Dies war die kälteste Märznacht seit Beginn der Aufzeichnungen 1891.

Die höchste Temperatur wurde am 22. Mai im sächsischen Rochlitz mit 29,1 Grad gemessen. Platz zwei auf der Liste der wärmsten Orte Deutschlands im Frühling 2006 teilen sich das bayerische Landsberg am Lech mit 28,9 Grad (ebenfalls am 22. Mai) und Duisburg-Hochfeld, wo dieser Wert bereits am 4. Mai registriert wurde. Die Sonne ließ sich in Deutschland allerdings in diesem Frühling nach Angaben der Meteorologen zu selten sehen. Die meiste Sonne gab es bislang in Westerhever in Schleswig-Holstein mit 575 Stunden, in Tinnum auf Sylt konnten sich die Menschen über 566 Sonnenstunden freuen.

Die Niederschlagsmengen lagen meist im Bereich des langjährigen Mittelwerts, nur im Süden von Bayern und Baden-Württemberg wurden überdurchschnittliche Werte gemessen. Bis Monatsende werde in diesen Regionen voraussichtlich noch einiges an Regen und Schnee hinzukommen, teilte Meteomedia mit. Am meisten regnete und schneite es bislang in Balderschwang im Allgäu mit 743 Litern, in Todtmoos im Schwarzwald wurden 695 Liter registriert.

Wegen der tiefen Temperaturen blieb der Schnee selbst im Flachland vielerorts lange Zeit liegen. In Berlin-Dahlem gab es bis zum 25. März eine geschlossene Schneedecke. Die größte Schneehöhe wurde auf der Zugspitze am 14. April mit 420 Zentimetern gemessen.

Kräftige Gewitter sorgten in Teilen Deutschlands am 20. Mai für stürmische Verhältnisse, selbst in tiefen Lagen wurden in Gewitternähe an einigen Orten Orkanböen registriert. Besonders stürmisch war es mit Windgeschwindigkeiten von knapp 160 Stundenkilometern in Neustadt in Rheinland-Pfalz.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%