Mut zur Mode
Mit der richtigen Krawatte zum Erfolg

Das auffälligste Accessoire des Mannes sagt viel über den Charakter aus. Daher sollte die Wahl gut überlegt sein. Für außergewöhnliche, trendige Krawatten bedarf es jedoch Mut, was der Blick in die Chefetagen zeigt.
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Eine Krawatte vermittelt Seriosität und signalisiert modisches Interesse. Sie ist das auffälligste Accessoire des Mannes und sagt viel über den Charakter aus. Gefragt sind klassische Farben und Muster in aktuellen Formen. Mut zu außergewöhnlichen Dessins sucht man in Führungsposition jedoch vergebens.

„Bänker, Manager und Politiker möchten mit der perfekten Kombination von Anzug, Hemd und Krawatte zum Ausdruck bringen, dass sie ebenso seriös handeln, wie sie sich kleiden“, sagt Christian Busch, geschäftsführender Gesellschafter von Walbusch. Je höher die Position, desto dezenter gestalte sich das Dessin. Nur so könne man sichergehen, dass die Krawatte nicht von der Person und seiner Seriosität ablenkt.

Für Manager in Führungsposition eignen sich dezente Muster wie diagonal verlaufende Streifen, Paisleys und Karos sowie kleinflächige Dessins in klassischen, dezenten Farben wie Marine, Rot oder Bordeaux. Politiker tragen häufig Krawatten in den Parteifarben, um ihre Zugehörigkeit zu zeigen. Kreative dürfen gerne zu ausgefallenen Modellen in kräftigen, modischen Farben und Mustern greifen. Motiv- und Comic-Krawatten sollte man jedoch in jeder Branche meiden.

Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. Sigmar Gabriel zeigte sich jüngst in einem Interview mit einer rosafarbenen Blümchenkrawatte und widersetzt sich damit jeglichen Kniggevorschriften. Dr. Torsten Oletzky, Vorstandsvorsitzender der Ergo Versicherungsgruppe, ist ebenfalls Fan von außergewöhnlichen Krawatten und demonstriert, dass man auch in Führungspositionen Mut zu Farben und Mustern zeigen kann.

Für alle Berufsgruppen eignen sich der einfache Knoten sowie der Windsorknoten. Spezifische Bindungen für bestimmte Branchen gibt nicht. Am verbreitetsten ist der Four-in-Hand-Knoten, auch einfacher Knoten genannt. Er lässt sich schnell von Ungeübten binden und wird laut Walbusch-Chef Busch häufig in der Kreativbranche getragen, da er oft zu außergewöhnlichen Dessins die erste Wahl ist. Der Windsorknoten ist komplizierter zu binden und vor allem bei Bänkern, Politikern und Managern beliebt. Er wirkt im Gegensatz zum einfachen Knoten gediegener.

Mehr als die Farbe oder das Muster sagt die Form der Krawatte über den Träger aus. „Wer heutzutage noch breite Krawatten über acht Zentimeter trägt, dokumentiert, dass er sich lange keine neue Krawatte mehr angeschafft hat”, sagt Ralph Klüsserath, bei Atlas Design für die Produkte vom Herrenausstatter Bugatti verantwortlich. Die gängigen Breiten liegen aktuell bei sieben bis maximal acht Zentimeter. Modisch Interessierte greifen zu einer Breite von sechs bis 6,5 Zentimetern und Trendsetter bevorzugen extrem schmale Modelle von vier bis 4,5 Zentimetern. Noch wichtiger als die Breite ist die richtige Länge. Die Krawattenspitze muss an der Gürtelmitte abschließen.

Positive Beispiele für eine gelungene Krawattenwahl sind laut Experten Gerd Delling, Günther Jauch, Hape Kerkeling, Claus Kleber, Götz Alsmann und Ulrich Wickert. Regelmäßig daneben liegen ihrer Meinung nach diejenigen, deren Krawatten eine allzu breite und altmodische Form aufweisen. “Insbesondere der eine oder andere Nachrichtensprecher hat hier Erneuerungsbedarf. Auch wenn man mit Krawatte prinzipiell nie daneben liegt“, meint Klüsserath.

So vielfältig, wie sich Krawatten geben, gestaltet sich auch die Preisspanne. “Man kann sicherlich im Handel Krawatten für 29,95 Euro oder weniger finden, die denen einiger Markenhersteller für 49 bis 69,95 Euro in Nichts nachstehen”, sagt Klüsserath. Handgefertigte Seidenkrawatten oder Seven-folded-Modelle kosten hingegen 80 bis 120 Euro. Dafür hat man ein Produkt erstanden, das seinen Preis wert ist und lange getragen werden kann.

Übrigens: Für den modisch interessierten Mann ist neben der Krawatte das passende Einstecktuch ein Muss. Es sollte zwar farblich auf den Krawattenton abgestimmt werden, allerdings in einem anderen Dessin gehalten sein.

Annika Reinert
Marie Mertens
/ Freie Modejournalistin

Kommentare zu " Mut zur Mode: Mit der richtigen Krawatte zum Erfolg"

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  • Die Krawatte ist sicher eines der letzten Rätsel. Aber ganz besonders albern und putzig sind die babyblauen Krawatten, wie sie von Westerwelle, Monti, Barroso, Rajoy, Juncker und sogar von Obama getragen werden. Die Babyblauen sind schon heute das Menetekel ihrer Unterlegenheit und gehören auf jedes Portaitfoto der Neuzeit ...... zum Gaudium nachfolgender Generationen!

  • Zu was dieser lächerliche und nutzlose Strick um den Hals gut sein soll, habe ich nie begriffen. Elegant ist, was funktionell ist. Punkt.

  • ...und dann labert der immer noch einen Scheiß dahin und sieht immer noch scheiß aus, Aber dieee kraawatte!

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