„No, no, no“
Fans trauern um Amy Winehouse

Sie wollen es nicht glauben - auch wenn sie es befürchtet haben. Die Fans von Amy Winehouse trauern vor dem Wohnhaus des Stars in London. Viele bringen Blumen und Kerzen.
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LondonEs ist ein warmer Sommertag, der erste seit langem. Die Sonne scheint auf das hübsch restaurierte Haus in der teuren, ruhigen Wohngegend im Norden Londons. Die Leute kommen beim Sonntagsspaziergang vorbei. „Eigentlich könnte alles so schön sein für Amy“, meint eine junge Frau, und blickt auf das zweistöckige Gebäude, in dem die Sängerin Amy Winehouse nur wenige Stunden vorher gestorben ist. Aber irgendwas ist schief gelaufen.

Als ob sie ihr noch im Nachhinein Mut und Lebensfreude zusprechen wollen, haben viele Fans Sonnenblumen an einem Baum vor dem Haus niedergelegt. Zwar gibt es auch ein paar Trauersträuße, doch die Sonnenblumen sind definitiv in der Überzahl.

Die Stimmung an diesem Sonntagnachmittag vor dem Todesort der Sängerin ist seltsam. Zu schön, friedlich und unaufgeregt scheinen der Tag und die Gegend, um sich auszumalen, was in der von Alkohol- und Drogenproblemen, Depressionen und Selbsthass geplagten Musikerin vorgegangen sein muss. Die Leute halten kurz an, sprechen im Flüsterton. Einige Journalisten und Kamerateams sind da. Ja, man ist schockiert, dass die Soul-Diva im Alter von nur 27 Jahren plötzlich gestorben ist. Aber überrascht? Nein, nicht wirklich.

„Irgendwie hat man es ja leider kommen sehen“, sagt der 26 Jahre alte Jonny Quick. Mit seiner 24 Jahre alten Freundin Belgin Kurtulmus hat er sich auf die lange Reise aus einem Vorort Londons gemacht. „Wir sind gekommen, um ihr eine letzte Ehre zu erweisen.“ Es ist ein ständiges Kommen und Gehen. Junge und ältere Fans, manche in Outfits, die an den unnachahmlichen Stil von Winehouse selbst erinnern.

„Es ist tragisch, dass sie so jung gestorben ist“, sagt eine junge Engländerin, bevor sie ihren Blumenstrauß niederlegt. „Sie hatte so viel Talent.“ Die Todesursache ist weiterhin ungeklärt, eine Obduktion der Leiche soll an diesem Montag stattfinden. Doch unter den Trauernden ist man sich weitgehend einig: Die Drogen und der Alkohol haben sie letztendlich in den Tod getrieben.

Vor dem Haus stehen vier Polizisten und ein schwarzes Auto. Der Körper der 27-Jährigen ist am Abend vorher herausgetragen worden. Was genau hinter den geschlossenen Jalousien noch passiert, weiß man nicht. Davor jedenfalls wächst der Berg mit Karten, Fotos und Blumen. „Wir werden dich nicht vergessen“, steht auf den Briefen. Und wie bei einem ihrer berühmten Songs, „Rehab“, in dem sie sich gegen die Einlieferung in eine Entzugsklinik wehrt, hat ein Fan in großen Buchstaben geschrieben: „No, No, No“. Als ob er den frühen Tod der geplagten Musikerin einfach nicht akzeptieren will.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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