Nord- und Südkorea
Tunnel, Tränen, Zuckerwatte

Ein Tunnel ist eine der beliebtesten Attraktionen in der entmilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea und im nahe gelegenen Besucherpark sind Tränen so geläufig wie Karusselfahrten. Wie der Todesstreifen des geteilten Landes Millionen Touristen anlockt.

Die Gäste aus Seoul, Peking, London und Berlin schnallen die leuchtend blauen Helme fest. Das grün-graue Bähnchen setzt sich in Bewegung. Köpfe einziehen! Es wird eng. Die Wände glänzen feuchtschwarz. Der Tunnel ist 1 635 Meter lang. „Hier sind die hungernden Koreaner aus dem Norden in den Süden geflohen?“ Dies fragt schnaufend ein korpulenter Herr aus England. Er hat die Zeiten des Kalten Krieges bei einem Berlin-Besuch an der Mauer erlebt, wie er später erzählt. „Nein, das ist ein Infiltrationstunnel. Nordkoreaner wollten so bei uns eindringen, um Sabotageakte zu begehen“, erklärt der südkoreanische Führer geduldig.

Dieser 52 Kilometer von Seoul entfernte Tunnel mit der Nummer 3 wurde 1978 entdeckt. Viele im Süden befürchteten damals eine Invasion aus dem Norden. „The 3rd Tunnel“ ist heute eine der beliebtesten Touristenattraktionen in der entmilitarisierten Zone (Demilitarized Zone/DMZ).

Die knapp 250 Kilometer lange Grenze des letzten geteilten Landes ist trotz ihres vier Kilometer breiten waffenfreien Streifens ein hoch gerüstetes Gebiet mit Stacheldraht und Wachtürmen. Soldaten beider Koreas sind hier in Massen postiert. Über eine Million sollen es sein.

Tränen und Gebete, Hirsewein, Zuckerwatte und Karussellfahrten – das alles gehört gleichermaßen zum Grenzausflug mit Kind und Kegel hier im Besucherpark von Imjingak, der sieben Kilometer von der militärischen Abgrenzungslinie entfernt liegt

Ein massives Drahttor versperrt den Zugang zur Freiheitsbrücke. Er ist übersät mit Fahnen, Gedenkbändern und Zetteln mit Wünschen zur Wiedervereinigung. Auf der „Freedom Bridge“ wurden nach dem Krieg fast 13 000 Gefangene ausgetauscht. Ein kleines Mädchen wird vom Vater fotografiert. Beide lächeln fröhlich.

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