Roxette-Star Per Gessle
"Lena-Show eine wirklich mutige Entscheidung"

Leise Kritik einer Branchengrößte: Roxette-Mastermind Per Gessle hat im Vorfeld der ESC-Entscheidungsshow "Unser Song für Deutschland" das Konzeopt als "mutig" bezeichnet - andere finden deutlichere Worte.
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Per Gessle, Sänger des schwedischen Pop-Duos Roxette, hat Lena Meyer-Landruts Auftrittsmarathon vor dem Grand Prix als mutig bezeichnet. „Wie ich gehört habe, singt sie in diesem Jahr gerade eine Menge Lieder beim deutschen Vorentscheid. Das ist eine wirklich mutige Entscheidung - von ihrem Management, wie ich wetten möchte, nicht von ihr“, sagte Gessle (52) im Interview mit dem Online-Nachrichtenportal news.de. Lena („Satellite“) wird Deutschland dieses Jahr wieder bei dem Eurovision Song Contest vertreten. Derzeit stellt sie in einer Castingshow als einzige Kandidatin verschiedene Titel vor, aus denen das Publikum das Lied auswählen kann, mit dem die Sängerin am 14. Mai in Düsseldorf antritt.

Das Comeback-Album „Charm School“ von Roxette könnte in der kommenden Woche ein Anwärter auf den Spitzenplatz in den deutschen Albumcharts sein, wo derzeit Lena Meyer-Landrut mit „Good News“ thront. Konkurrenz sei ihm heute allerdings nicht mehr allzu wichtig, sagte Gessle. Nach der Krebs-Erkrankung von Roxette-Sänger Marie Fredriksson und der Rückkehr von Roxette nach zehn Jahren Pause bedeuteten ihm Verkaufserfolge nicht mehr so viel: „Ich interessiere mich kaum noch für die Charts. Mir geht es mit der Musik von heute wohl wie meinen Eltern, als ich noch klein war: Für mich klingt das alles gleich.

Während Lenas Album auf Platz eins der Charts steht, sind die Quoten ihrer Grand-Prix-Vorentscheide sind schwach. Das kann nur bedeuten: Die Leute finden ihre Musik durchaus gut, aber deshalb akzeptieren sie noch lange keine Casting-Show, bei der nur eine einzige Kandidatin zur Auswahl steht. Die Kritik ist vielfältig und bisweilen heftig – und kommt nicht nur vom Chart-Haudegen Gessle.

„Mission Titelverteidigung“ nennt das Ganze der Mann, der bei diesem Projekt alles im Alleingang entscheidet, der Ex-Jesuitenschüler, Ex-Metzgergeselle, Ex-Jingle-Produzent und amtierende Gaga-König Stefan Raab. Er pflegt seine Geistesblitze nicht erst abzuklopfen und abzusprechen. Die Lena-macht-das-nochmal-Idee verkündete er einfach ganz spontan im Fernsehen.

Die ARD-Intendanten dürften es geahnt haben, als sie den Pakt mit dem Raab schlossen: Der Alleinentscheider und die öffentlich-rechtliche Gremiendemokratie sind eigentlich nicht kompatibel, weil er sich nirgendwo reinreden lässt. Darum musste die Not ja auch erst riesengroß sein, bevor die Sendergewaltigen der ARD ihr Heil bei dieser Ikone des Privatfernsehens suchten.

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