Russlands teure Hauptstadt
Moskau bietet Möglichkeiten wie Manhattan

Ob Wirtschafts- und Bauboom, Vollbeschäftigung oder die stabile Ökonomie – längst ist die Hauptstadt Russlands stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Business Traveller sollten vor dem Abflug noch schnell ihr Kreditkartenlimit erhöhen: Bereits das zweite Jahr in Folge führt Moskau die Liste der teuersten Städte der Welt an.

MOSKAU. Panzer, Raketen und Soldatenaufmarsch auf dem Roten Platz. Umzingelt von internationalen Luxushotels, Edelboutiquen und meterhohen Leuchtreklamen von Nokia und Pepsi wirkt diese Machtdemonstration im Mai 2008 eher wie ein Anachronismus. „Unsere Armee und unsere Flotte kommen wieder zu Kräften, ebenso wie unser ganzes Land“, verkündet der neue Präsident Dmitri Medwedew seinen stolzen Russen. Motto: Wir sind wieder wer.

Nicht nur militärisch: Ob Wirtschafts- und Bauboom, Vollbeschäftigung oder die stabile Ökonomie - längst ist die Hauptstadt Russlands stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Bereits das zweiten Jahr in Folge führt Moskau die Liste der teuersten Städte der Welt an - vor dem langjährigen Spitzenreiter Tokio. Insbesondere der Ansturm von Geschäftsreisenden treibt die Preise von Immobilien und Hotels immer weiter in die Höhe. „Hier herrscht Goldgräberstimmung“, weiß Oliver Eller, Chef im edlen Ritz-Carlton in Fußnähe des Kreml.

Business Traveller nach Moskau sollten daher noch vor Abflug ihr Kreditkartenlimit erhöhen, damit sie nicht schon nach dem ersten Dinner mit ihrem russischen Geschäftspartner ohne Geld dastehen. Da die Handy-Rechnung am Ende des Monats leicht ein weiteres Loch in Kalkulation reißt, empfehlen Kenner überdies, die eigene SIM-Karte vor Ort gegen eine russische einzutauschen.

Doch nicht nur in punkto Rubel ist Moskau immer für eine Überraschung gut. Wo sozialistische Planwirtschaft von einst und ungebremstes Wachstum von heute aufeinandertreffen, geht oft gar nichts mehr. Beispiel Verkehr: Jeden Tag werden 2 500 neue Wagen zusätzlich zugelassen. Das Resultat sind stundenlange Stillstand-Staus und smogverdreckte Daimlers, Bentleys und BMWs.

Das Ticket für die legendäre und ungleich schnellere Moskauer Metro kostet zwar nur 19 Rubel für sämtliche Strecken, das sind gerade mal 60 Cent. Zum Vergleich: Die Fahrt mit dem Chauffeur vom Flughafen in die Innenstadt schlägt mit durchschnittlich 100 Euro zu Buche. Dafür aber benötigen Reisende in der Bahn unbedingt Grundkenntnisse in Kyrillisch. Denn die Ausschilderungen hier wie dort sind nach wie vor in Russisch. Es sei denn, die sieben Tage geöffneten Geschäfte werben mit „Sale“ oder „New Collection“.

Mit der berüchtigten Russischen Mafia müssen sich internationale Geschäftsreisende indes nicht auseinandersetzen. „Mafia war in den 90-ern“, stellt Peter Roth fest, Generaldirektor im derzeit entstehenden höchsten Hotel der Welt: dem Grand Hyatt im Federation Tower. „Die wilden Zeiten sind eigentlich vorbei.“

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