Stiftung Warentest
Zuckerbomben aus dem Supermarkt

Die Stiftung Warentest hat industriell hergestellte Lebensmitteln auf ihren Zuckergehalt geprüft: Müsli, Joghurt, Soßen, Softdrinks, alle viel zu stark gesüßt. Und das macht krank. Die Kalorienbomben aus dem Supermarkt.
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DüsseldorfZu viel Zucker macht krank. Diese Erkenntnis stört die Deutschen wenig, denn im Schnitt naschen sie von dem schädlichen Süßstoff mehr als drei Mal so viel wie von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen. In Würfeln ausgedrückt: Statt acht Stück oder 25 Gramm am Tag sind es hierzulande 29 Stück. Das entspricht knapp 90 Gramm pro Tag.

Den größten Teil des Zuckers nehmen die Deutschen noch nicht einmal bewusst oder gezielt zu sich, sondern nebenbei, ohne es zu merken. Der Grund: Viele Nahrungsmittel, die industriell praktisch mundgerecht produziert werden, enthalten bedenklich viel Zucker. 14 Stück Würfelzucker stecken zum Beispiel allein in einem halben Liter Orangenlimonade.

„Viele verarbeitete Lebensmittel strotzen nur so vor Zucker“, warnt daher die Stiftung Warentest in ihrer Mai-Ausgabe der Zeitschrift „test“. Exemplarisch haben die Tester 60 gesüßte Produkte eingekauft und die Anteile an zugesetztem Zucker über die Angaben auf dem Etikett berechnet. Veröffentlicht ist die Untersuchung Zucker in Lebensmitteln auch im Netz auf www.test.de/zucker.

Verbraucher, die weniger Zucker essen möchten, haben oft ein Problem. Was sie in den Kaffee rieseln lassen, sehen sie. Dass Kuchen und Pudding reichlich Zucker enthalten, wissen sie. Doch was ist mit Soßen, Müsli, Joghurt oder Getränken? „Die große Mehrheit des Süßmachers sehen die Deutschen nicht“, warnt die Stiftung Warentest. Er verbirgt sich in verarbeiteten Lebensmitteln und ist damit eine versteckte Gefahr für die Gesundheit.

Viele geraten schnell in einen Teufelskreis. Zu viel Zucker fördert Karies, Übergewicht und Fettleibigkeit. Die Folge: Die Gefahr für Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall und Diabetes steigt. Als besonders gefährlich gelten Softdrinks. Doch auch Fruchtjoghurts, Soßen und Frühstücks-Cerealien sind kräftig gesüßt, wie der Test belegt.

Zwar muss seit 2016 muss der gesamte Zuckergehalt pro 100 Gramm oder Milliliter auf der Verpackung von Fertigprodukten angegeben werden. Doch diese Angabe hat so ihre Tücken: Erstens können die wenigsten das umrechnen auf ihren Konsum. Und zweitens: Wie viel davon zugesetzte Süße ist, erkennt der Verbraucher nicht.

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  • Wenn man darüber mal in Ruhe nachdenkt, kann man zu keinem anderen Schluss kommen, als dass es sich hier um vorsätzliche Körperverletzung handelt. Hier müssen endlich Gerichtsurteile gefällt werden, die den Konzernen das Fürchten lehren.

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