Streik am Flughafen Heathrow
Noch warten hunderte Passagiere in London

Drei Tage nach dem Streik des Bodenpersonals sitzen noch immer einige hundert Passagiere auf dem Londoner Flughafen Heathrow fest. Eine Sprecherin von British Airways (BA) sagte am Montag, dass die letzten Wartenden in „ein bis zwei Tagen“ weiterreisen könnten. Viele der Passagiere sind verärgert, weil sie nicht bevorzugt behandelt werden. Sie werden nur in Maschinen mitgenommen, in denen noch Plätze frei sind.

HB LONDON. Als jedoch bekannt wurde, dass viele Flüge mit freien Plätzen in der ersten Klasse und der Business Class starteten, war bei vielen die Geduld am Ende. Eine BA-Sprecherin bestätigte der “Times“, dass die vom Streik betroffenen Passagiere keine Tickets in einer anderen Klasse bekämen als in der gebuchten. Wegen des wilden Streiks des Bodenpersonals hatte BA am Freitag mehr als 500 Flüge von Heathrow aus absagen müssen. Die Mitarbeiter traten aus Solidarität mit protestierenden Angestellten einer Catering-Firma vorübergehend in den Ausstand. Insgesamt waren bis zu 100 000 Passagiere von dem Solidaritäts-Streik betroffen. Die Aktion des Bodenpersonals kostet British Airways schätzungsweise rund 60 Millionen Euro. Am Sonntag saßen noch etwa 2000 Fluggäste in London-Heathrow fest.

Viele der Wartenden sind sehr verärgert. Eine sechsköpfige Familie erzählte dem Rundfunksender BBC, sie warte seit vergangenem Donnerstag auf einen Flug nach Ägypten. Große Probleme gibt es nach Angaben von Passagieren noch immer mit dem Gepäck. Wer am Donnerstag kurz vor Streikbeginn bei BA eingecheckt hatte, bekam sein Gepäck bislang nicht wieder zurück. „Wir mussten schließlich alles neu kaufen“, sagte Colleen Olney der BBC, „das Computersystem hat unser Gepäck bislang noch nicht finden können.“

Bei der Catering-Firma Gate Gourmet wurde auch am Montag weiter gestreikt. Schlichtungsgespräche blieben bislang erfolglos. Gourmet Gate versorgt British Airways mit Bordmahlzeiten. Ein Sprecher von Gate Gourmet teilte mit, BA-Flüge würden mit einem eingeschränkten Angebot versorgt. Viele Reisende deckten sich am Flughafen mit Getränken und Mahlzeiten zum Mitnehmen ein.

Unterdessen berichteten britische Zeitungen, die Leitung von Gate Gourmet habe den Streik provoziert. Die Arbeitsbedingungen hätten sich im vergangenen Jahr so verschlechtert, dass alles auf den Streik zugelaufen sei, hieß es in einem Bericht des „Daily Mirror“. Die Firma hatte vergangenen Mittwoch 670 Mitarbeiter fristlos entlassen. Politiker und Medien hatten das Vorgehen am Wochenende scharf kritisiert. Sie hielten dem Unternehmen vor, die Entlassungen auf einem Parkplatz über Lautsprecher bekannt gegeben zu haben.

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