Streik in New York
Millionenstrafe gegen Gewerkschaft verhängt

Während der erste Streik im New Yorker Nahverkehr seit 25 Jahren die Bürger der Millionen-Metropole vor eine Geduldsprobe stellt könnte der Arbeitsausstand des Bus- und U-Bahn-Personals der Transportarbeitergewerkschaft selber teuer zu stehen kommen.

HB NEW YORK. Wegen des Streiks im öffentlichen Nahverkehr in New York hat ein Gericht am Dienstag gegen die Gewerkschaft ein Strafgeld von einer Million Dollar (840 000 Euro) pro Tag verhängt. Richter Theodore Jones warf der Gewerkschaft vor, mit dem Ausstand bei Bussen und Bahnen die Gesetze des Staates zu verletzen. Er folgte damit einem Antrag der Stadt New York und des Staates. Streiks sind in den New Yorker Verkehrsbetrieben verboten. Die Gewerkschaft Transport Workers Union wolle umgehend Berufung einlegen, berichtete der Fernsehsender New York 1.

Sollte der Ausstand eine Woche dauern, würde das nach kommunalen Berechnungen die Metropole New York teuer zu stehen kommen: Die Kosten werden auf rund 1,6 Mrd. Dollar veranschlagt. Der letzte Nahverkehrsstreik 1980 hatte immerhin elf Tage gedauert. Auf Fahrer von Bussen und U-Bahnen im Ausstand dürften ebenfalls Bußgelder zukommen, da sie als Angestellte des öffentlichen Dienstes kein Streikrecht haben.

Der erste Streik im öffentlichen Nahverkehr in New York seit 25 Jahren löste am Dienstag einen Verkehrskollaps in der Millionenmetropole aus. Millionen Pendler und viele Touristen waren am Dienstag zum Unsteigen auf Auto und Rad gezwungen. Das erwartete Verkehrschaos in der Innenstadt blieb allerdings weitgehend aus.

Viele New Yorker, die normalerweise auf U-Bahnen und Busse angewiesen sind, bildeten Fahrgemeinschaften. Die Behörden hatten zum Abwenden eines Verkehrschaos angeordnet, dass nur Fahrzeuge mit mindestens vier Insassen im Berufsverkehr nach Manhattan vorgelassen werden. Die Polizei richtete hierzu eigens an Brücken und Tunneln Kontrollstellen ein. Betroffen von dem Streik waren kurz vor dem Weihnachtsfest vor allem Berufspendler und Schüler, aber auch Touristen. Viele von ihnen nutzten Taxis. Bürgermeister Michael Bloomberg verurteilte den Streik.

Fahrer von Taxis und Autos mussten bis zu 40 Minuten warten, um an den Kontrollpunkten vorbei in die Straßen Manhattans zu gelangen. Viele Pendlerbusse, Vorstadtzüge und Fähren verkehrten trotz des Streiks. Einige große Unternehmen hatten einen eigenen Pendelverkehr eingerichtet und holten ihre Arbeitnehmer von zentralen Stellen in der Stadt ab.

Grund für den Streik war das Scheitern von Tarifverhandlungen zwischen der staatlichen Transportbehörde MTA und der zuständigen Gewerkschaft TWU. „Die Beschäftigten der Verkehrsbetriebe sind es Leid, gering geschätzt und missachtet zu werden“, sagte TWU-Chef Roger Toussaint. Der Widerstand der TWU - die rund 34 000 Angestellte repräsentiert - richtet sich unter anderem gegen Pläne der Arbeitgeber, das Renten-Alter für neue Mitarbeiter anzuheben und diese für einen Teil ihrer Altersversorgung selbst aufkommen zu lassen.

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