Tarifstreit
Warnstreik legt Nahverkehr in Bayern lahm

Warnstreiks haben am Freitag den Nahverkehr in Bayern lahmgelegt. Landesweit traten in 14 Städten Bus-, Tram- und U-Bahn-Fahrer für 24 Stunden in den Ausstand, wie die Gewerkschaft Verdi mitteilte.

HB NÜRNBERG/MÜNCHEN. Notbusnetz statt U-Bahn: Der zweite Warnstreik bayerischer Bus-, U-Bahn- und Straßenbahnfahrer innerhalb von vier Wochen hat am Freitag Hunderttausende von Pendlern zum Improvisieren gezwungen. Wer nicht aufs Auto umsteigen wollte, nutzte trotz nasskalten Wetters sein Fahrrad oder unternahm einen längeren Fußmarsch. "Nirgends fährt was", sagte Verdi-Sprecher Hans Sterr.

In einigen Städten, wie in Nürnberg, verkehrten Notbusse. Anders als beim ersten Warnstreiktag Anfang Februar blieb das Chaos weitgehend aus. Entschärft wurde die Lage auch wegen der bayerischen Faschingsferien. Viele hatten sich zudem frei genommen, um einem möglichen Chaos zu entgehen.

In München habe es im Berufsverkehr kaum größere Staus gegeben als normalerweise, erklärte die Polizei. Angesichts der noch laufenden Ferien müssten offenbar weniger Menschen in die Stadt, sagte ein Sprecher. Auch Verdi-Sprecher Sterr erklärte, die Menschen hätten sich offenbar gut auf die Streiks eingestellt, nachdem diese frühzeitig angekündigt worden waren. Auch der Ärger der Betroffenen halte sich in Grenzen: "So wie man sich mit dem Wetter arrangiert, arrangiert man sich auch mit dem Streik."

Verdi hat mehr als 6 000 Mitarbeiter im Nahverkehr in 14 Kommunen zu Streiks aufgerufen. Betroffen waren unter anderem München, Dachau, Augsburg, Passau, Landshut, Schweinfurt, Regensburg, Bamberg, Coburg, Hof und Bayreuth. Mit Ausnahme von Passau, Landshut und Coburg sollten die Streiks jeweils 24 Stunden dauern.

Mit den 24-stündigen Warnstreiks wollten die Angestellten der kommunalen bayerischen Verkehrsbetriebe im Kampf um mehr Lohn den Druck auf die Arbeitgeber deutlich erhöhen. Die Gewerkschaft Verdi fordert für die Beschäftigten 9,5 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 250 Euro. Die Arbeitgeber hatten bisher eine Lohnerhöhung von sechs Prozent bei einer Erhöhung der Arbeitszeit auf 40 Stunden angeboten. Der Arbeitskampf steht nicht im Zusammenhang mit den derzeit laufenden Tarifverhandlungen für die Angestellten der Länder.

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