Unwetter
Über Deutschland hat's gekracht

Eine Gewitterfront mit starken Regenfällen, Hagel und Sturmböen hat in weiten Teilen Deutschlands schwere Schäden angerichtet. Bäume wurden umgeknickt, Oberleitungen beschädigt, Straßen überflutet. Blitze setzten Häuser in Brand. Bei unwetterbedingten Unfällen wurden Menschen zum Teil schwer verletzt.

HB Hamburg. Größere Schäden richteten die Gewitter in Nordrhein-Westfalen an, wo die Feuerwehr zu mehreren hundert Einsätzen gerufen wurde. Herabfallende Äste und Dachziegel beschädigten parkende Autos. In Düsseldorf und Köln musste die Feuerwehr zahlreiche entwurzelte Bäume aus dem Weg räumen. Die Wetterdienste registrierten Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 115 Stundenkilometern. Örtlich fielen 25 Liter Regen pro Quadratmeter.

In Krefeld wurde eine dreiköpfige Familie bei einem Blitzeinschlag in einen Baum verletzt. Der 35 Jahre alte Vater suchte mit seiner 30-jährigen Frau und seinem zwei Jahre alten Kind unter dem Baum Schutz. Als der Blitz in den Baum einschlug, wurden alle drei zu Boden geworfen. Der Mann verletzte sich bei dem Sturz am Kopf. Die Familie kam zur Beobachtung ins Krankenhaus.

Festival mit 50 000 Besuchern vorzeitig beendet

Das Hurricane Musikfestival im niedersächsischen Scheeßel (Kreis Rotenburg) fand wegen des Unwetters ein frühes Ende. Der Regen setzte die Camping- und Parkplätze sowie die Bühnenbereiche zum Teil kniehoch unter Wasser. Verletzt wurde niemand. Tausenden der insgesamt 50 000 Musikfans wurden die Schlafmöglichkeiten genommen. Ein großes Discozelt auf dem Gelände wurde zur Notunterkunft. Beim Schwesterfestival in Neuhausen op Eck (Baden-Württemberg) flogen Zelte davon und verletzten zehn Menschen. Das Southside Festival mit rund 40 000 Besuchern ging jedoch nach einer Stunde weiter.

Bei schweren Unwettern über Hessen wurden zahlreiche Straßen überflutet und Bäume umgeknickt. Die Autobahn 5 Frankfurt-Kassel war zwischen Gambacher Kreuz und Bad Nauheim einige Zeit überflutet, weil ein Bach über die Ufer getreten war. In Wiesbaden wurden zwei Menschen schwer verletzt, als ein Gullydeckel von den Wassermassen hochgedrückt wurde. Der Fahrer konnte das Auto nicht mehr rechtzeitig bremsen, so dass es gegen das Hindernis prallte. In einigen Gemeinden sei der Strom ausgefallen, berichtete die Polizei in Wiesbaden. In Rheinland-Pfalz gerieten mehrere Gebäude durch Blitzeinschläge in Brand.

Nach Gewittern zehn Grad kühler

Auch in Baden-Württemberg richtete eine Unwetterfront mit starken Gewittern, Sturmböen und Hagel Schäden an. In Mannheim und im Kreis Ludwigsburg setzten Blitze Wohnhäuser in Brand. Im Raum Biberach fiel in einigen Gemeinden vorübergehend der Strom aus. Verkehrsbehinderungen durch umgestürzte Bäume und herabfallende Äste registrierte die Polizei vor allem rund um Bad Urach (Kreis Reutlingen), aber auch im Landkreis Karlsruhe.

In Bayern verursachte die Gewitterfront zahlreiche kleinere Schäden. Im Landkreis Augsburg schlug ein Blitz in eine Feldscheune ein, die komplett abbrannte. In Memmingen fiel ein Baum auf eine Stromleitung, auch hier blieb der Schaden gering. In mehreren anderen Landkreisen stürzten ebenfalls Bäume um. Auch in Thüringen und Niedersachsen berichtete die Polizei von umgestürzten Bäumen und Bränden durch eingeschlagene Blitze.

Vor den Gewittern waren die Temperaturen vielerorts auf über 30 Grad gestiegen, in Karlsruhe registrierte der Deutsche Wetterdienst (DWD) knapp 35 Grad Celsius. Hinter der Gewitterfront war es 10 Grad kühler. Wegen der enormen Temperaturunterschiede fielen die Gewitter örtlich besonders heftig aus. Die Unwetterfront zog nach Osten weiter.

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