Urteil
Kein Fahrverbot trotz Fahrerflucht

HB BERLIN. Auch bei einer Verurteilung wegen Fahrerflucht kann das Gericht von einem Fahrverbot absehen. Auf ein entsprechendes Urteil des Landgerichts Amberg macht der Deutsche Anwaltverein aufmerksam. Ein Autofahrer hatte im vorliegenden Fall ein anderes Fahrzeug beschädigt und sich danach vom Unfallort entfernt. Das Amtsgericht hatte ihn deswegen zunächst zu einer Geldstrafe und einem Fahrverbot von einem Monat verurteilt.

Das Landgericht hielt ihm als nächsthöhere Instanz den Angaben zufolge dagegen zu Gute, dass er gestanden habe und der sichtbare Schaden geringfügig gewesen sei. Vor allem aber hielten die Richter ein Fahrverbot deshalb nicht für nötig, weil sie den Eindruck gewonnen hatten, dass die bisherige Strafverfolgung den Autofahrer bereits nachhaltig beeindruckt habe. Zudem habe er erst seit einigen Monaten einen neuen Job und es bestehe die Gefahr, dass er diesen verlieren könnte, wenn er wegen des Fahrverbots Urlaub nehmen müsse.

(Aktenzeichen: Landgericht Amberg, drei Ns 103 Js 7897/2005 vom 2. Februar 2006)

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