Wieder Zehntausende zu spät zur Arbeit
Bahn-Streiks legen bayerische Schlagadern lahm

Zum zweiten Mal in dieser Woche haben sich zehntausende Berufspendler wegen der Warnstreiks bei der Bahn am Freitagmorgen verspätet. In München kam der komplette Regionalverkehr zum Stillstand, auch der Fernverkehr war beeinträchtigt. Noch schlimmer erwischte es Nürnberg.

HB BERLIN. In Nürnberg fiel der Personenverkehr am Morgen nach Angaben von Bahn und Gewerkschaft komplett aus. In München sei der Regionalverkehr lahmgelegt worden, im Fernverkehr habe es erhebliche Verzögerungen gegeben, teilte ein Sprecher der Eisenbahnergewerkschaft Transnet mit. In der Landeshauptstadt sei aber im Gegensatz zu Nürnberg der S-Bahn-Verkehr nicht betroffen gewesen. In beiden Städten hätten sich 320 Beschäftigte der Bahn an den Ausständen beteiligt. Die Bahn teilte mit, die Auswirkungen der Streiks würden bis in die Mittagsstunden auf den Verkehr auswirken.

In Nürnberg legten um 5.30 Uhr zunächst rund 40 Mitarbeiter der Zugbereitstellung vorübergehend die Arbeit nieder. Wegen des Ausstands des Rangierpersonals konnten Züge nicht für den Regionalverkehr bereitgestellt werden. Im weiteren Verlauf sollten sich auch Bordpersonale an der befristeten Arbeitsniederlegung beteiligen. In München traten ab 5.30 Uhr gut 120 Beschäftigte im Regionalverkehr und im Fernverkehr der Deutschen Bahn in den Warnstreik. Dadurch können die Züge den Hauptbahnhof nicht verlassen.

Fahrgäste können sich bei einer Telefon-Hotline der Bahn unter der kostenlosen Nummer 0 8000 99 66 33 über die aktuelle Situation informieren. Wer wegen streikbedingter Ausfälle oder Verspätungen seine Fahrt nicht antreten kann, kann das Ticket kostenlos umtauschen oder bekommt sein Geld zurück.

Die Gewerkschaft Transnet kündigte an, ihre Warnstreiks in der kommenden Woche fortzusetzen. Am Wochenende werde es dagegen keine Aktionen geben, sagte der für Tarifpolitik zuständige Transnet-Vorstand Alexander Kirchner am Freitag in Nürnberg. Man hoffe auf ein Angebot der Arbeitgeberseite. In diesem Fall werde man die Warnstreiks sofort beenden.

In dem Tarifkonflikt geht es um den Erhalt der Arbeitsplatzgarantien auch nach dem Börsengang des Unternehmens. Die bis 2010 geltende Vereinbarung für die rund 130 000 Mitarbeiter gilt bislang nur für den Fall, dass die Bahn in bestehender Form - also mit Schienennetz - verkauft wird. Die Gewerkschaften wollen erreichen, dass die Garantie unabhängig vom Privatisierungsmodell gilt. Bereits am Mittwoch mussten viele Pendler wegen Warnstreiks Verzögerungen in Kauf nehmen.

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