Filmpreis
Golden Globes im „La La Land“-Rausch

Der Abräumer bei den Golden Globes heißt „La La Land“: Der Liebesfilm hat sieben Trophäen gewonnen, darunter in der Kategorie beste Komödie oder bestes Musical. Die deutsche Hoffnung „Toni Erdmann“ geht leer aus.
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Los AngelesDer Liebesfilm „La La Land“ hat bei den Golden Globes abgeräumt. Während der 74. Verleihung am Sonntagabend (Ortszeit) verbuchte die Crew um den Film insgesamt sieben Auszeichnungen für sich - so viele Male war er auch auch nominiert gewesen.

„La La Land“ wurde auch als bester Film in der Kategorie Komödie oder Musical ausgezeichnet. Zudem wurden die Schauspieler Ryan Gosling und Emma Stone als beste Darsteller geehrt. Macher Damien Chazelle wurde nicht nur als bester Regisseur ausgezeichnet, sondern auch für das beste Drehbuch.

Bei der Annahme des Preises witzelte Gosling, er sei nicht zum ersten Mal mit Ryan Reynolds verwechselt worden. Dieser war ebenfalls in der Kategorie bester Darsteller angetreten; für seine Rolle in „Deadpool“. Gosling bedankte sich zudem bei seiner Familie. Während er am Set gesungen und getanzt habe, sei seine Frau zu Hause im Einsatz gewesen und habe sich unter anderem um ihren Bruder gekümmert, der an Krebs erkrankt sei, sagte er.

„Moonlight“ ist bestes Filmdrama

Der Film „Moonlight“ von Regisseur Barry Jenkins hat den Golden Globe als bestes Filmdrama gewonnen. Die Vater-Tochter-Geschichte „Toni Erdmann“ der deutschen Regisseurin Maren Ade ist bei der Verleihung leer ausgegangen. Der Preis in der Sparte „bester nicht-englischsprachiger Film“ ging für „Elle“ nach Frankreich.

Die französische Schauspielerin Isabelle Huppert wurde zudem für „Elle“ als beste Schauspielerin ausgezeichnet. Sie holte die Trophäe mit ihrer Rolle als Vergewaltigungsopfer in dem Film von Paul Verhoeven. Es ist ihr erster Globe. Huppert war in der Drama-Sparte gegen Natalie Portman („Jackie“), Ruth Negga („Loving“), Amy Adams („Arrival“) und Jessica Chastain („Miss Sloane“) angetreten.

Casey Affleck (41) kann sich über seinen ersten Golden Globe als bester Drama-Darsteller freuen. Belohnt wurde der jüngere Bruder von Ben Affleck für seine Leistung in dem berührenden Familiendrama „Manchester by the Sea“. Darin spielt er einen gebrochenen Mann, der nach dem Tod seines Bruders in seinem Heimatdorf von der Vergangenheit eingeholt wird.

Affleck schlug die Mitstreiter Denzel Washington („Fences“), Viggo Mortensen („Captain Fantastic“), Andrew Garfield („Hacksaw Ridge“) und Joel Edgerton („Loving“) aus dem Rennen.

Die Verleihung startete etwas verzögert. US-Komiker und Moderator Jimmy Fallon hatte unter anderem Schwierigkeiten mit einem Teleprompter. Als dieser ausgetauscht werden musste, improvisierte er und bat entnervt darum, es solle einen Schnitt zum Sänger Justin Timberlake geben.

Sobald die Technik funktionierte, gestaltete Fallon seine Einleitung in den Abend politisch: Er verglich den künftigen US-Präsidenten Donald Trump mit dem jugendlichen König Joffrey in „Game of Thrones“. Zudem sagte er, die Verleihung sei eine der wenigen verbliebenen Orte in den USA, an denen ein „direktes Wahlergebnis“ noch gewürdigt werde. Damit spielte er auf das sogenannte „Popular Vote“ an, nachdem sich Hillary Clinton Donald Trump bei der US-Wahl trotz rund drei Millionen mehr Stimmen geschlagen geben musste. Fallons Einwand ist jedoch nicht richtig: Eine Jury aus 85 Mitgliedern bestimmt unter eigenen Methoden, wer mit einem Golden Globe ausgezeichnet wird.

Eine besondere Auszeichnung bekam Schauspielerin Meryl Streep, die mit dem Cecil B. DeMille Award für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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