Kevin Spacey
„Wir werden ‚House of Cards‘ nicht bändigen!“

Kevin Spacey, Hauptdarsteller und Produzent von House of Cards spricht über die neue Staffel, Donald Trump und warum das Geschehen im Weißen Haus das Drehbuch nicht beeinflusst.
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DüsseldorfImmer wieder Donald Trump. Eigentlich hat Kevin Spacey nichts für den US-Präsidenten übrig. Der Hollywood-Star ist bekennender Demokrat und hat sowohl Barack Obama als auch Hillary Clinton unterstützt. Und doch ist nicht von der Hand zu weisen, dass der neue, erratische Mann im Weißen Haus gut ist fürs Geschäft. Am Dienstag startet die fünfte Staffel von „House of Cards“, in der Spacey den skrupellosen, machtbesessenen Präsidenten Frank Underwood spielt. „Jeder will wissen, wie nah wir an die Realität rankommen”, sagt Spacey im Gespräch mit Journalisten. „Aber ehrlich gesagt, wollen wir uns daran gar nicht messen. Wir sind es unseren Fans und uns selbst schuldig, die Geschichte zu erzählen, die wir erzählen wollen“, stellt Spacey klar.

Zwar könnte der Eindruck entstehen, die Serie habe sich bei ihrer fünften Staffel an den täglichen Nachrichten orientiert. „Doch es läuft eigentlich andersrum“, sagt Spacey, der nicht nur eine der beiden Hauptrollen spielt, sondern die Serie auch als Produzent mitgestaltet. „Wir entscheiden uns für einen Handlungsstrang. Und in der Zeit zwischen dem Drehschluss und dem Serienstart passieren dann in der realen Welt Dinge, die uns sehr bekannt vorkommen.“

Könnte die erfolgsverwöhnte Serie an Relevanz verlieren, weil Frank Underwood mit seinen Eskapaden, Alleingängen und dunklen Geheimnissen dem wahren US-Präsidenten zu ähnlich geworden ist? Spacey winkt ab. „Ich bin da ganz anderer Meinung.“ Schon von Anfang an wollte er eine Serie schaffen, „die die Grenzen des Möglichen verschiebt. Die austestet aus, wie düster die Charaktere wirklich sind. Wir haben nicht die Absicht, ‚House of Cards‘ zu bändigen und unsere Fans wollen das auch nicht.“ Den Bösewicht zu spielen, ist er noch lange nicht leid. Er selbst versuche, bei seiner Arbeit den Charakter, den er spiele, nie moralisch zu bewerten. Das sei schließlich Aufgabe der Zuschauer.

Frank Underwoods Beziehung zu seiner Frau Claire (gespielt von Robin Wright) wird auch in dieser Staffel eine zentrale Rolle einnehmen, so viel hat Wright bereits verraten. „Für Frank wird es schwierig werden und für Claire sehr interessant“, ließ sie im Gespräch mit Talk-Master Stephen Colbert durchblicken.

Schon in der vierten Staffel ließ sich das machthungrige Paar auf eine höchst ungewöhnliche Strategie ein: Sollte Frank Underwood die Wiederwahl gewinnen, wird er Claire zur Vize-Präsidentin machen. Ob das gelingen kann, werden die neuen Folgen zeigen. „Die beiden haben schon viele Dinge überstanden, die andere Paare auseinander gerissen hätten“, gibt Spacey zu bedenken. „Sie sind zusammen besser als alleine.“

Über sein eigenes Privatleben schweigt sich der 57-Jährige dagegen aus. Es ist nicht bekannt, ob er verheiratet ist. Die Menschen, die ihm wichtig sind, kenne er schon seit über 20 Jahren. Auch deren Namen verrät er nicht. Klar ist nur: Sie kommen nicht aus dem Show-Business.

Wird dies die letzte Staffel der preisgekrönten Serie sein? Netflix hat noch nicht mitgeteilt, ob es auch eine sechste Staffel geben wird. Spacey jedenfalls stünde bereit. „Jedes Mal denke ich, es kann nicht noch besser werden als letztes Jahr und dann können wir es doch noch einmal toppen“, schwärmt er. „Ich habe gerade die Zeit meines Lebens.“

Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Deskchefin Agenda

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