Promi-Prozess
Gina-Lisa Lohfink erneut vor Gericht

In der RTL-Dschungelshow war Gina-Lisa Lohfink kürzlich wieder einmal im TV zu sehen. In Kürze werden TV-Kameras ihren Auftritt im Berliner Kammergericht begleiten. Das dürfte dann keine Show mehr sein.
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BerlinKnapp ein halbes Jahr nach der Verurteilung des Models Gina-Lisa Lohfink wegen falscher Verdächtigung kommt der Fall am Freitag (10.00 Uhr) vor das Berliner Kammergericht. Die 30-Jährige werde persönlich zu der Revisionsverhandlung kommen, sagte ihr Anwalt Burkhard Benecken der Deutschen Presse-Agentur. Das Gericht hatte Lohfink das Erscheinen freigestellt. Seine Mandantin habe ihm gesagt, sie habe jetzt Kraft für die neue Verhandlung, sagte Benecken. Nach ihrem Aufenthalt im RTL-Dschungelcamp in Australien fühle sie sich gut erholt.

Worum geht es?

Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten hatte Lohfink im August 2016 wegen falscher Verdächtigung zu einer Geldstrafe von 20 000 Euro verurteilt. Sie hatte behauptet, im Juni 2012 von zwei Männern vergewaltigt worden zu sein. Dafür sah das Gericht aber keine Anhaltspunkte. Gegen die Verurteilung wendet sich Lohfink mit der Revision.

Was ist eine Revision?

In einem solchen Prozess werden keine neuen Beweise erhoben und keine Zeugen gehört. „Das Urteil wird auf Rechtsfehler untersucht“, sagt Gerichtssprecherin Lisa Jani. Die Verteidiger Lohfinks hatten zunächst Berufung eingelegt, wodurch der Fall mit Zeugen komplett neu aufgerollt worden wäre. Dann entschieden sie sich für die Revision.

Was stand im Urteil?

Amtsrichterin Antje Ebner sagte in der Urteilsbegründung, Lohfink habe bewusst gelogen. Der Sex mit beiden Männern im Juni 2012 sei einvernehmlich gewesen. Sie habe den Männern aber signalisiert, dass sie beim Sex nicht gefilmt werden wollte. Die Männer hatten Strafbefehle wegen Verbreitung der Sex-Videos bekommen. Dass Lohfink in der umstrittenen Nacht K.-o.-Tropfen verabreicht bekam, hatte ein Gutachter ausgeschlossen.

Ist wieder mit großem öffentlichen Interesse zu rechnen?

Ja, sagt die Gerichtssprecherin. Die Verhandlung findet in einem großen Saal statt. Zunächst hatten Lohfinks Anwälte angekündigt, dass das Model nicht zu einer neuen Verhandlung kommt. Die psychische Belastung im ersten Prozess sei enorm für Lohfink gewesen. Über den Prozess und Lohfink wurde deutschlandweit diskutiert. Die einen sahen das Model als Vorkämpferin für die Rechte von Frauen, andere vermuteten eine inszenierte Tränenshow.

Wird der Prozess lange dauern?

Voraussichtlich nicht. Es ist nur ein Verhandlungstag am Freitag angesetzt.

Sind bereits Anträge an das Gericht bekannt?

Die Generalstaatsanwaltschaft hat beantragt, die Geldstrafe - also den Rechtsfolgen-Ausspruch - aufzuheben. Sprecher Martin Steltner bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden „Tagesspiegel“-Bericht. Die Geldstrafe beruhe demnach auf nicht ausreichend begründeten Schätzungen, die von Steuerunterlagen abwichen.

Der Schuldspruch selbst sei hingegen gut begründet und sollte Bestand haben, so der Behördensprecher zu dem Antrag. Sollte das Gericht dem folgen, müsste nach Angaben einer Sprecherin eine andere Abteilung des Amtsgerichts über die Geldstrafe neu verhandeln.

Was hat Lohfink im Dschungelcamp gemacht?

In der RTL-Show „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!“ war Lohfink im Januar als fünfte Kandidatin der insgesamt 12 in der elften Staffel ausgeschieden. Zum Auftakt sagte sie: „Ich finde die Menschen schlimmer als die Tiere.“ Früher einmal war sie Kandidatin bei der Sendung „Germany's next Topmodel“ gewesen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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