„Tatort“-Reaktionen im Netz
Der Täter ist immer der Tech-Nick

„Ein Tatort mit viel Hirn“: Die Reaktionen auf den Schweizer Tatort vom Sonntagabend drehen sich besonders um den losen Umgang mit Gewalt – und dem aus der Werbung bekannten Gesicht des Bösewichts.

BerlinDer „Tatort“ mit den Schweizer Kommissaren Liz Ritschard (Delia Mayer) und Reto Flückiger (Stefan Gubser) hat im Netz ein geteiltes Echo ausgelöst. „Ich mochte den Schweizer #tatort bis jetzt nie. Gestern hat er mich aber wirklich überzeugt“, schrieb ein Nutzer bei Twitter nach der Ausstrahlung des Krimis „Ihr werdet gerichtet“ am Sonntagabend im Ersten. Andere fanden die Krimi-Reihe aber „auch schon mal spannender“.

Viele Reaktionen gab es vor allem für die explizite Brutalität des Krimis. Der Täter, gespielt von Antoine Monot Jr., geht mit Scharfschützengewehr und abgefeilten Projektilen ans Werk - was zu geborstenen Schädeln und freigelegter Hirnmasse auf den Bildschirmen der Tatort-Zuschauer führte. Einigen war das zu hart: „Zu viel Gehirn in Großaufnahme kann einem den Abend verderben“, twitterte eine Nutzerin. Einige nahmen es mit Humor: „Nach #Schweiger-#Tatort sagten sie mehr Hirn, weniger Tote. Nun ist es auch nicht recht“, schrieb ein Nutzer - „auf jeden Fall ein Tatort mit viel Hirn“ ein anderer.

In der „Bild“-Zeitung rechtfertigte der Regisseur Florian Froschmayer die Szenen: „Wir müssen diese Geschichte verantwortungsvoll erzählen. Dazu gehört auch, alles möglichst realitätsnah darzustellen. Es wäre falsch, das Grauen zu verharmlosen“. Selbstjustiz dürfe es nicht geben - das sei der Grund, warum der Film so hart sei.

Viele brachten den Täter Monot mit seiner Rolle als Tech-Nick in der Werbung eines Elektronik-Großmarkts in Verbindung. „Ich geh nie wieder ohne schusssichere Weste in einen Saturn“, twitterte ein Nutzer, ein anderer schrieb: „Wenn ich das gewusst hätte, dass der Tech-Nick privat so Probleme hat ... man steckt nicht drin“. Monot selbst bedankte sich nach dem „Tatort“ selbst via Twitter für die Reaktionen: „Hey ihr lieben! Danke für die Glückwünsche und Meinung zum neuen #Tatort aus Luzern. Ich habe mich wirklich sehr gefreut!“, schrieb der Schauspieler.

Bei den TV-Quoten war der Krimi für einen Schweizer „Tatort“ vergleichsweise stark: 8,96 Millionen Zuschauer verfolgten „Ihr werdet gerichtet“ - der Marktanteil lag bei 26,7 Prozent. Damit schnitt das Team um die Schweizer Schauspieler Delia Mayer und Stefan Gubser deutlich besser ab als vor der Sommerpause: am 5. Juli waren bei der Geschichte „Schutzlos“ - ebenfalls aus Luzern - lediglich 6,12 Millionen Zuschauer (21,1 Prozent) gemessen worden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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