+++ Newsblog Terror in Berlin +++
Bruder fordert Amri zur Aufgabe auf: „Du entehrst uns“

Die Fahndung nach dem Attentäter von Berlin läuft auf Hochtouren. Die Bundesanwaltschaft lässt per Haftbefehl nach dem Tunesier suchen. Anis Amris Bruder meldet sich zu Wort und fordert ihn auf, sich zu stellen.
  • 37

Am Montagabend fuhr ein Lastwagen in Berlin auf einen Weihnachtsmarkt und tötete mindestens zwölf Menschen. Mindestens 49 Menschen wurden teils lebensgefährlich verletzt. Der schwarze Lastwagen fuhr über den Gehweg am Breitscheidplatz und zerstörte mehrere Buden. Die Fahndung nach dem Attentäter läuft auf Hochtouren, die Ermittler konzentrieren sich auf den als „Gefährder“ eingestuften Tunesier Anis Amri.

  • Attentäter ist noch nicht gefasst.
  • Ermittler fahnden nach dem Tunesier Anis Amri.
  • Verdächtiger „könnte gewalttätig und bewaffnet sein“.
  • Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz wieder offen.

+++ Bruder fordert Anis Amri zur Aufgabe auf +++

Der mutmaßliche Berlin-Attentäter Anis Amri ist von seinem Bruder aufgefordert worden, aufzugeben und sich der Polizei zu stellen. „Wenn er mich gerade hört, dann sage ich ihm: Stelle Dich, dann ist es für Deine Familie einfacher“, sagte Abdelkader Amri am Donnerstag vor Journalisten in seiner tunesischen Heimatstadt Oueslatia. „Wenn mein Bruder hinter dem Angriff steckt, dann sage ich ihm: 'Du entehrst uns.'“ Anis Amri stammt aus Oueslatia und hat fünf Geschwister, den Bruder Abdelkader sowie vier Schwestern.

+++ Amri kurz nach Anschlag in Berlin auf Überwachungsvideo zu sehen +++

Der wegen des Anschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt gesuchte Tunesier Anis Amri ist einem Bericht zufolge kurz nach der Tat in Berlin gefilmt worden. Der Verdächtige sei auf einem Überwachungsvideo zu sehen, das ihn der Nacht zu Dienstag im Stadtteil Moabit zeige, berichtete der RBB am Donnerstagabend unter Berufung auf entsprechende Aufnahmen.

Ort der Observation war demnach eine Moschee, die als Treffpunkt von Islamisten gelte und am Donnerstagmorgen von der Polizei durchsucht worden sei. Der 24-Jährige sei außerdem in den Nächten vom 14. und 15. Dezember von Sicherheitskräften gefilmt worden.

+++ Video zeigt Moment des Terroranschlags von Berlin +++

Der Moment des Terroranschlags auf den Berliner Weihnachtsmarkt ist auf dem Video einer Autokamera festgehalten. Das von der „Bild“ am Donnerstagabend veröffentlichte Video zeigt aus der Perspektive eines Autofahrers, wie der Lastwagen mit hohem Tempo ungebremst in den Weihnachtsmarkt fuhr. Kurze Zeit später ist zu sehen, wie Menschen vom Tatort weglaufen. Entgegen anderslautenden Aussagen scheinen die Scheinwerfer des Lasters zur Tatzeit eingeschaltet gewesen zu sein. Einblicke in den Weihnachtsmarkt selbst gewährt das Video nicht.

+++ Haftbefehl gegen Amri erlassen +++

Die Bundesanwaltschaft hat am Donnerstag Haftbefehl gegen den flüchtigen Tunesier Anis Amri erlassen. Das teilte eine Sprecherin der Behörde am Abend in Karlsruhe mit.

+++ Razzia in Berliner Moscheeverein +++

Berliner Sicherheitskräfte haben bei einer Reihe von Einsätzen in der Hauptstadt nach Anis Amri gesucht. Ein Spezialeinsatzkommando der Polizei stürmte nach dpa-Informationen auch einen Salafistentreffpunkt im Stadtteil Moabit. Dort soll auch Amri verkehrt haben. Die „Berliner Zeitung“ berichtete, bei dem Einsatz gegen den Moschee-Verein „Fussilet 33“ seien Blendgranaten benutzt und eine Tür aufgesprengt worden. Der Moschee-Verein „Fussilet 33“ wird im jüngsten Bericht des Berliner Verfassungsschutzes als Treffpunkt von Islamisten geführt. Beim Islamunterricht sollen dort Muslime – meist Türken und Kaukasier – für den bewaffneten Kampf der Terrormiliz „Islamischer Staat“ in Syrien radikalisiert worden sein. Auch sei Geld für Terroranschläge in Syrien gesammelt worden.

+++ Grafik: Die Stationen von Anis Amri +++

+++ Innenminister bestätigt Fund von Amris Fingerabdrücken +++

Nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtmarkt haben Ermittler Fingerabdrücke des Terrorverdächtigen Anis Amri im Fahrerhaus des Lkw gefunden, mit dem am Montagabend zwölf Menschen getötet und rund 50 verletzt worden waren. Das teilte Innenminister Thomas de Maizière mit.

+++ Stolz auf Besonnenheit +++

Nach ihrem Besuch beim Bundeskriminalamt hat Kanzlerin Angela Merkel den Umgang der Deutschen mit dem Anschlag gelobt. Sie sei „stolz auf die Besonnenheit“ der Bevölkerung nach den Ereignissen in Berlin.

+++ Gedanken bei den Angehörigen der Opfer +++

Merkel sagte, man habe theoretisch „schon seit langem gewusst, dass wir auch Zielscheibe des islamistischen Terrorismus sind. Und trotzdem ist dann, wenn ein solcher Fall eintritt, wie dieser terroristische Anschlag auf den Breitscheidplatz, das natürlich noch einmal etwas ganz anderes“. Deshalb seien die Gedanken bei den Angehörigen der Opfer und bei den Verletzten im Krankenhaus. „Und gerade ihnen schulden wir auch die bestmögliche Arbeit“, ergänzte die Kanzlerin.

+++ Maas, Merkel und de Maizière informieren sich beim BKA +++
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) informiert sich derzeit beim Bundeskriminalamt (BKA) in Berlin über den Ermittlungsstand nach dem Anschlag auf einem Weihnachtsmarkt in der Hauptstadt. Gemeinsam mit Innenminister Thomas de Maizière (CDU) und Justizminister Heiko Maas (SPD) traf sie am Donnerstagnachmittag am Berliner BKA-Standort im Stadtteil Treptow ein. BKA-Präsident Holger Münch wollte die Kanzlerin und die Minister persönlich unterrichten.

+++ Gentiloni bestätigt Tod einer Italienerin +++
Italiens Ministerpräsident Paolo Gentiloni hat via Twitter seine Trauer über den Tod einer Italienerin ausgedrückt. Die Frau sei bei dem Attentat in Berlin ums Leben.

+++ Fingerabdrücke von Amri an Lkw-Tür? +++
Die Fingerabdrücke des gesuchten Tunesiers Anis Amri sind Medienberichten zufolge an der Tür des bei dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt eingesetzten Lkw gefunden worden. Das berichten „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR unter Berufung auf eigene Informationen.

+++ FDP-Chef Lindner kritisiert „Staatsversagen“ +++
FDP-Chef Christian Lindner hat nach dem Berliner Terroranschlag „katastrophale Fehler“ der Behörden kritisiert und auch Vorwürfe gegen NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) erhoben. „Es liegt offenbar ein Staatsversagen vor, das nicht toleriert werden kann“, sagte der NRW-Fraktionsvorsitzende auf dpa-Anfrage am Donnerstag. „Es ist ein altes Muster von Herrn Jäger, dabei Verantwortung reflexhaft an andere wegzudrücken.“

+++ Noch kein Hinweis auf Verbindung zu Abu Walaa +++
Die Ermittler haben bislang keine Hinweise auf enge Kontakte des Terrorverdächtigen Anis Amri zum kürzlich verhafteten Salafisten-Prediger Abu Walaa. Der 24 Jahre alte Amri habe zwar in Salafistenkreisen verkehrt und sei auch in entsprechenden Wohnungen gewesen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Sicherheitskreisen. Es gebe aber bislang keine Informationen darüber, dass der Tunesier ein wichtiges Teil eines salafistischen Netzwerkes sei. Der Salafist habe zudem zwar versucht, an automatische Waffen zu kommen. Es lägen bislang aber keine Erkenntnisse vor, dass er auch in den Besitz von Langwaffen gekommen sei, hieß es weiter.

+++ Amri bot sich als Selbstmordattentäter an +++
Der Tunesier Anis Amri hat sich nach einem Bericht des „Spiegel“ offenbar bereits vor Monaten als Selbstmordattentäter angeboten. Das Magazin beruft sich auf die Auswertung der Telefonüberwachung sogenannter „Hassprediger“. Allerdings seien die Äußerungen Amris so verklausuliert gewesen, dass sie nicht für eine Festnahme ausgereicht hätten. Dem Bericht zufolge erkundigte sich der Tunesier auch, wie er sich Waffen beschaffen könne.

+++ Von der Leyen: Freiheit muss militärisch verteidigt werden +++
Deutschland wird nach Aussage von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen trotz des Anschlags von Berlin nicht im militärischen Kampf gegen den Terror nachlassen. „Wir trauern um die Opfer, fühlen mit den Hinterbliebenen, denken an die Verletzten – aber wir lassen uns jetzt nicht einschüchtern, nicht vom Hass lähmen“, sagte die Ministerin bei einem Besuch der deutschen Soldaten im nordafghanischen Masar-i-Scharif am Donnerstag. „Wir handeln weiter entschlossen gegen den Terror, weil es um den Schutz der Menschen geht – sei es in Deutschland oder in Afghanistan.“

+++ Coca-Cola sagt Truck-Stopp in Berlin ab +++
Die berühmten Coca-Cola-Weihnachts-Trucks sollten zum Abschluss ihrer Marketing-Tour Halt am Brandenburger Tor in Berlin machen. Nun hat das Unternehmen den Stopp in der Hauptstadt abgesagt. Viele von euch haben sich auf die Veranstaltung gefreut und wir hätten euch gern diese Freude bereitet. Doch mit Respekt vor den Opfern, ihren Familien und Freunden finden wir: Dies ist nicht der richtige Augenblick für einen fröhlichen Abschluss der Tour“, teilte das Unternehmen am Mittwoch bei Facebook mit.

+++ Verwirrung um Anti-Terror-Einsatz in Dortmund +++
In Dortmund hat es nach WDR-Informationen einen Anti-Terror-Einsatz gegeben. Dabei sollen am Donnerstag vier Personen festgenommen worden sein. Die Bundesanwaltschaft dementierte wenig später, dass es vier Festnahmen von Kontaktpersonen des wegen des Berlin-Anschlags gesuchten Tunesiers gab. „Nein, das ist nicht so“, sagte ein Sprecher der obersten Ermittlungsbehörde am Donnerstag in Karlsruhe der Nachrichtenagentur Reuters. „Uns ist keine Festnahme bekannt“, sagte er weiter.

+++ Bruder von Verdächtigem appelliert an Amri +++
Ein Bruder des Terrorverdächtigen Anis Amri hat diesen zur Aufgabe aufgerufen. „Ich bitte ihn, sich der Polizei zu stellen“, sagte Abdelkader Amri der Nachrichtenagentur AP. Die Familie im tunesischen Oueslatia sei erschüttert über die Nachrichten von dem Anschlag. „Wenn bewiesen wird, dass er verwickelt war, sagen wir uns von ihm los“, sagte Abdelkader Amri. Möglicherweise sei sein Bruder in einem italienischen Gefängnis radikalisiert worden, wo er eingesessen habe, nachdem er Tunesien verlassen hatte.

+++ Trump fühlt sich bestätigt +++
Der künftige US-Präsident Donald Trump sieht seine Pläne für ein Einreiseverbot für Muslime aus gewissen Staaten durch den Anschlag in Berlin bestätigt. „Es zeigt sich, dass ich recht hatte, 100 Prozent Recht“, zitiert ihn die „New York Times“. Ein Trump-Berater führt später dazu aus, gemeint seien Trumps Pläne, Einreisen aus Staaten mit „hohen Terrorismus-Raten“ auszusetzen.

Seite 1:

Bruder fordert Amri zur Aufgabe auf: „Du entehrst uns“

Seite 2:

Flüchtlingsheim in Emmerich durchsucht

Seite 3:

Großfahndung nach Tunesier Anis Amri

Kommentare zu " +++ Newsblog Terror in Berlin +++: Bruder fordert Amri zur Aufgabe auf: „Du entehrst uns“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • De MAIZIERE ... ein Märchenerzähler!!!

  • Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • Zum Glück sind die Terroristen dumm und greifen immer alles ohne Handschuhe an, manchmal lassen sie auch ihren Pass liegen. Ich meine den von sechs oder auch mehr , die sie nicht verloren haben, bei ihrer Einreise. Die Restlichen braucht man für das Stützeamt, wegen der Hilfe zur Merkelisierung u.s.w.....

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%