2,17 Billionen Euro
Deutscher Schuldenberg wächst weiter

Deutschland hat im vergangenen Jahr wieder mehr Schulden gemacht: Mittlerweile beläuft sich die Summe auf 2,17 Billionen Euro. Es gibt aber auch gute Nachrichten für die Bundesrepublik.
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FrankfurtDer Schuldenberg Deutschlands ist im vergangenen Jahr wieder etwas höher geworden. Insgesamt hatten Ende 2014 Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen Ende 2014 Schulden von 2,17 Billionen Euro angehäuft, rund zwei Milliarden Euro mehr als ein Jahr zuvor, wie die Bundesbank am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Im Rahmen der europäischen Haushaltsüberwachung sind die EU-Länder verpflichtet, zweimal im Jahr Daten zur Verschuldung und zum Defizit an die Europäische Kommission zu melden.

Der Schuldenstand im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung (BIP) sank den Berechnungen zufolge allerdings um 2,4 Prozentpunkte auf 74,7 Prozent. Der EU-Stabilitäts- und Wachstumspakt schreibt als Ziel eine Schuldenstandsquote von 60 Prozent vor. Diesen in den sogenannten Maastricht-Kriterien festgelegten Grenzwert erfüllen aber die meisten Euro-Länder nicht.

Nach den Plänen der Bundesregierung soll Deutschland diese Marke bis Ende 2023 erreichen. Bis Ende 2017 soll die Schuldenstandsquote auf weniger als 70 Prozent der Wirtschaftsleistung sinken.

Nach Angaben der Bundesbank erzielte Deutschland im vergangenen Jahr zwar einen Überschuss von 18 Milliarden Euro. Dieser sei aber nicht in den Schuldenabbau geflossen. Stattdessen habe das Finanzvermögen Deutschlands zugenommen – etwa durch Aufstockung der Beteiligung an dem europäischen Rettungsschirm ESM. Insgesamt stieg der deutsche Schuldenberg seit 2010 im Zuge der Schuldenkrise in der Euro-Zone der Bundesbank zufolge um 91 Milliarden Euro. Das entspricht 3,1 Prozent des aktuellen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Die Folgen der Hilfen für heimische Banken beliefen sich seit 2008 auf insgesamt 236 Milliarden Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Hat die Reutersmeldung jemand überprüft?
    Dieselbe Deutsche Bundesbank berichtet im Monatsbericht März, dass Bund und Länder bis Ende Februar ihre Schulden am Kapitalmarkt um 28,5 Milliarden Euro gesenkt haben. Wer kennt schon den Unterschied zwischen Schulden des Staates und Kapitalmarktschulden? Es gibt Bundesländer, die Verschulden sich an eigenen Vermögen in Sozialfonds. Beispiel: Sachsen, die im Doppelhaushalt 15/16 rund 570 Millionen Euro an den Generationenfonds, der ca. 4,3 Milliarden Euro für zukünftige Pensionszahlungen an Beamte enthält, zurück zahlen wollen. Hat das jemand gewusst? Steht im Haushaltentwurf. Liest den jemand außer mir? Journalisten oder Wirtschaftsredakteure von Wirtschaftszeitungen und Journalen vielleicht?

    Was wollt ihr eigentlich?

    Der Staat soll also möglichst schnell alle Schulden tilgen, oder? Soll der Staat auch die Infrastruktur möglichst schnell modernisieren? Ja natürlich, so schnell wie möglich. Wäre es nicht noch besser, wenn der Staat die Steuern senken würde? Wenigstens den Solidarzuschlag abschaffen und die Kalte Progression, oder nicht? "ich will alles, ich will alles und jetzt sofort" sang Whenke Myrre 1983. Wollt ihr das auch? Das ist doch hirnrissig.

  • Diese neueste Berechnung müsste Pflichtlektüre für jeden Michl hier, in diesem unserem Lande sein!

    Aber der Deutsche kürt Mutti zur beliebtesten Politikerin und merkt nicht wie er von vorne bis hinten verschaukelt wird!

    Aufwachen möchte man schreien und kapiert endlich was hier so abläuft! Wenn man Milliarden in die Banken schießt um diese zu stützen, dann ist das der größte Betrug den es jemals gab!

    Aber, Deutschland wird gerupft und kein Bückling von Michl merkt es!

    Die schwarze Null als Wahlkampfthema und am Ende noch mehr Schulden! Das alles bei sprudelnden Steuereinnahmen und Gewinnen aus Krediten für Schuldenländer!

  • Das ist doch auch logisch.
    Der Schuldenbeg wird auch weiterhin wachsen.
    Denn alles was reinkommt, auch wenn es mehr ist, als angenommen, geht für den Rettungswahn drauf.

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