2015
Wohngeld für Geringverdiener soll steigen

2009 wurde das Wohngeld zuletzt erhöht. Im kommenden Jahr soll es wieder so weit sein. Verantwortlich dafür: der geplante gesetzliche Mindestlohn. Dieser wird wohl für eine Zunahme der Wohngeldberechtigten sorgen.
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BerlinBundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) hat für 2015 eine Erhöhung des Wohngeldes für Geringverdiener in Aussicht gestellt. Diese hängt mit der Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohnes von 8,50 Euro zusammen. In der „Rheinischen Post“ (Donnerstag) erläuterte Hendricks, wegen des Mindestlohns würden mehr private Haushalte aus der Hartz-IV-Grundsicherung in den Wohngeldanspruch wechseln. „Der Kreis der Wohngeldberechtigten wird also wachsen“, sagte die Ministerin. Der Deutsche Mieterbund begrüßte die geplante Erhöhung als „überfällig“, wertete sie aber als nicht ausreichend.

Genauere Angaben über die Höhe der Anhebung machte sie nicht. Zuletzt war das Wohngeld 2009 erhöht worden. Damals stieg es von im Schnitt 90 Euro auf 142 Euro im Monat. „Die Erhöhung des Wohngelds soll möglichst zum 1. April 2015 wirksam werden“, sagte Hendricks. „Die ersten Verhandlungen mit den Ländern haben schon begonnen, denn die Länder müssen 50 Prozent zum Wohngeld beitragen.“

2013 hatten 750 000 Haushalte Wohngeld bekommen. Die Ausgaben dafür beliefen sich auf rund eine Milliarde Euro. In der mittelfristigen Finanzplanung sind nun vonseiten des Bundes 630 Millionen Euro eingestellt. Mit dem gleich großen Anteil der Länder würden sich die geplanten Ausgaben für Wohngeld auf 1,26 Milliarden Euro belaufen. Allerdings sind derzeit noch keine genaueren Angaben zum Umfang der Erhöhung machbar.

Im Ministerium von Hendricks hieß es am Donnerstag, die Berechnungen seien noch nicht endgültig abgeschlossen. Man gehe grundsätzlich davon aus, dass es für die künftigen Wohngeldempfänger nicht nur eine Erhöhung geben werde, sondern dass sich auch deren Kreis ausweiten werde. Ähnliche Effekte habe es auch bei der letzten Erhöhung 2009 gegeben.

Es wird erwartet, dass die Entscheidung noch im Laufe dieses Jahres fällt.

Der Direktor des Deutschen Mieterbundes (DMB), Lukas Siebenkotten, erklärte in einer Mitteilung: „Gut, dass die Bundesregierung jetzt die Wohngeldreform anpackt.“ Es werde aber nicht ausreichen, wenn nur die Leistungshöhe und die Miethöchstbeträge an die Bestandsmieten und Einkommensentwicklung angepasst werden. „Wichtig ist, dass die Energie- und Heizkosten beim Wohngeld endlich wieder berücksichtigt werden.“ Nötig sei auch eine Dynamisierung des Wohngeldes, damit nicht alle fünf Jahre wieder eine endlose Diskussion über die Erhöhung des Wohngeldes geführt werden müsse.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wenn das Wohngeld erhöht wird, können die Vermieter ja gleich parallel dazu die Mieten erhöhen.

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