83-Jährig
Ex-DDR-Spionagechef Markus Wolf stirbt in Berlin

Der frühere DDR-Auslandsspionagechef Markus Wolf ist tot. Der ehemalige Stasi-General starb im Alter von 83 Jahren in der Nacht zum Donnerstag in Berlin. Das teilten seine Schwiegertochter und der Eulenspiegel-Verlag mit.

HB BERLIN. Wolf war fast 30 Jahre lang Chef der DDR-Auslandsspionage. Im Westen galt er lange Zeit als der „Mann ohne Gesicht“, bis er 1979 von einem Stasi-Überläufer auf einem Foto des schwedischen Geheimdienstes identifiziert wurde. Nach der Wiedervereinigung stand „die graue Eminenz der Spionagewelt“ ganz oben auf der bundesdeutschen Fahndungsliste.

Wolf floh zunächst in seine alte Heimat Moskau, wo er als Emigrantenkind aufgewachsen war. Wolf war der Sohn des Schriftstellers Friedrich Wolf und Bruder des Defa-Regisseurs Konrad Wolf. Nach seiner Rückkehr aus Moskau stand Wolf mehrmals vor bundesdeutschen Gerichten und wurde 1993 vom Oberlandesgericht Düsseldorf zu sechs Jahren Haft wegen Landesverrats verurteilt. Das Urteil wurde später teilweise aufgehoben. In Beugehaft saß Wolf, weil er sich auch noch Jahre nach dem Untergang der DDR weigerte, Namen seiner einstigen Mitarbeiter zu nennen. Wolf sah sich bis zum Schluss als Opfer einer „Siegerjustiz“.

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