Absagen zum Abgesang
Wulffs Ärger mit dem Zapfenstreich

Auch nach seinem Rücktritt als Bundespräsident nimmt der Zank um Christian Wulff nicht ab. Zu seinem Großen Zapfenstreich wird fast das halbe Bundeskabinett nicht erscheinen. Manche bekamen nicht mal eine Einladung.
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BerlinKleiner Großer Zapfenstreich für Christian Wulff: Drei Wochen nach seinem Rücktritt als Bundespräsident werden am Donnerstag bei der offiziellen Verabschiedung viele politische Weggefährten fehlen. Weder Wulffs Amtsvorgänger noch die Spitzen der Bundestagsfraktionen kommen ins Schloss Bellevue. Auch mindestens fünf Bundesminister bleiben nach Informationen der Nachrichtenagentur dapd aus Termingründen dem Zeremoniell fern. 

Vor diesem Hintergrund forderten nicht nur Oppositionspolitiker am Dienstag Wulff zum Verzicht auf diese Ehrung auf. Auch aus den Reihen der Koalition kam der Ruf zumindest nach einer Verschiebung des ehrenvollen Abschiedsrituals. Der Große Zapfenstreich ist das höchste Zeremoniell der Bundeswehr zu Ehren von Spitzenmilitärs und herausragenden Politikern.

Keine Einladung an Bundestagsfraktionen

Ihr Kommen haben sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als auch Bundestagspräsident Norbert Lammert zugesagt. Nicht erscheinen werden hingegen Spitzenvertreter der fünf Bundestagsfraktionen, da sie keine Einladung zu der Zeremonie erhalten haben. Sowohl Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) als auch FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle gaben dies als Begründung für ihr Fernbleiben an. Linkspartei und die Grünen betonten zugleich, dass sie auch bei einer offiziellen Einladung Wulff abgesagt hätten.

SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier legte dem Ex-Bundespräsidenten nahe, auf seinen Großen Zapfenstreich zu verzichten. Er glaube nicht, dass die Veranstaltung noch einigermaßen würdevoll über die Bühne gehen könne, nachdem alle ehemaligen noch lebenden Bundespräsidenten ihre Teilnahme abgesagt hätten, sagte der SPD-Politiker in Berlin: „Deswegen ist Christian Wulff eigentlich zu raten, auf diesem Zapfenstreich nicht zu bestehen.“

Das Bundespräsidialamt wollte sich auf Anfrage nicht zur Gästeliste äußern. „Wir geben üblicherweise keine Auskunft zu Einladungslisten“, sagte ein Sprecher. Er betonte zugleich, dass das Präsidialamt keine hochrangigen politischen Gäste abweisen werde, die am Donnerstag zu der Zeremonie kämen.

Kommentare zu " Absagen zum Abgesang: Wulffs Ärger mit dem Zapfenstreich"

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  • Ich würde den Großen Zapfenstreich für angemessen halten, wenn unter den Klängen der gewünschten Musiktitel diesem Unikum von Wulff, seiner geschätzten Gattin, den eingeladenen Gästen, nicht zu vergessen den Beamten des Präsidialamtes, der Kopf unter der Guillotine der Kopf vom Rumpf getrennt wird. Dies wäre seit langem ein erster Dienst der den Wunsch der Bevölkerung widerspiegelt. Es bleibt dann noch zu hoffen, dass der Funke der Revolution überspringt uns von den restlichen fetten Politmaden und Blutsäugern der Geldadels befreit. Eine besondere Nuance wäre die Verbrennung der Eurokraten auf einem Scheiterhaufen bestückt mit Euro-Noten. Dies würde der Befreiung von der EU-Diktatur eine menschliche Note verleihen.

  • Interessante geistige Ergüsse die hier zu lesen sind. Da ist sehr deutlich zu sehen wie groß die Macht der Presse im Fall Wulff war und ist. Noch ist es eine Kampagne gegen Wulff ohne Beweise, das wird ja alles noch geprüft und trotz dem hat Hr. Wulff keine Chance.
    Dank der Auflage wir immer weiter auf dem BP herumgetreten ohne Beweis und leider auch ohne RESPEKT.
    Wer sich da noch über die Verrohung unserer Gesellschaft wundert, kann getrost der Presse eine gehörige Mitschuld anlasten.

  • gruni 90
    Das Wulff ,die Anrede Herr, habe ich bewusst unterlassen weil dieser "Herr" immer noch mitnimmt was er kriegen kann, m.E. nicht mehr angemessen ist.
    Es ist erbärmlich, dass er jetzt auch noch den Steuerzahler ausnimmt mit ca. 500.000,00€ p.a. aber das liegt ja m.E. auf der Ebene der Vorteilsnahmen.
    Zapfenstreich auch noch für diesen Nimmersatt so etwas wurde mit Frau Merkels Gnaden auch noch Bundespräsident mit einem lebenslangem Ehrensold und " Nebenkosten".
    Vielleicht hätte Wulff sich einen fünften Song beim Zapfenstreich den von den Abba`s Money, Money, Money wünschen sollen wäre m.E. passender.
    Das ganze hat einen bitteren Beigeschmack.
    Die Alibiveranstaltung der Staatsanwaltschaft Hannover " freiwillige" Untersuchung mit Vorankündgung und dies dann einen Tag später vollziehen, für mich sehr seltsam und bedenklich.
    Wollte man dem Verdächtigen Wulff Zeit geben um seine Unterlagen vor dem Zugriff noch einmal zu sichten?.
    Bei einem " normalem" Verdächtigen wird ohne Vorankündigung zugeschlagen.
    Es ist für mich auch nicht zu verstehen wo ist die Finanzbehörde die zu prüfen hätte Betriebsausgaben und die"BAR" Einnahmen Wulff im Rechnungswesen bei Herrn Groenewold
    Wie wurden bei Wulff die Vorteile aus seinem Amt in Niedersachsen besteuert?.
    All das ist biher undurchsichtig und schwer nachvollziehbar.
    Die Staatsanwaltschaft und die Finanzbehörde werden auch vom Steuerzahler/Wähler bezahlt. Vergessen?
    Daran sollten sich die Politiker endlich erinnern.

    Wie steht das mit unserer Demokratie wenn man die Spielchen von Frau Merkel um Wulff und anschliessend um dessen Nachfolger sieht? Ohne die FDP wollte " Sie" wieder ihre Favoriten durchdrücken. Ist das Demokratie ?
    Man hat den Eindruck Diktatur in einer Demokratie deshalb auch keine Volksentscheide selbst nicht in volksbedrohlichen Sachen
    Das regeln unsere gewählten Vertreter für uns Oder?.



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