Abschaltung „naiv“
Atomausstieg für Clement keine Option

Der frühere Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) hat eine Abkehr vom Atomausstieg gefordert. Angesichts der weltweiten Ausweitung der Kernkraft sei die in Deutschland geplante Abschaltung der Meiler "naiv", sagte der SPD-Politiker am Dienstagabend in Stuttgart.

HB STUTTGART. "Wir sollten sichere Kernkraftanlagen weiter nutzen." Ohne neue Kohlekraftwerke und den Weiterbetrieb der AKW drohe eine "Kraftwerkslücke". Zudem verspiele man international "politische Einflussmöglichkeiten".

Der Ausstieg war unter der rot-grünen Regierung mit der Wirtschaft vereinbart worden. Die große Koalition hat diese Vereinbarung auf Druck der SPD bekräftigt.

Nur mit Sonnen- und Windenergie könne der Wirtschaftsstandort Deutschland nicht wettbewerbsfähig sein, sagte Clement, der jetzt Aufsichtsrat beim Energiekonzern RWE Power AG ist. In diesem Zusammenhang kritisierte er erneut die hessische SPD-Vorsitzende Andrea Ypsilanti. "Solche Programme, wie sie meine hessische Parteifreundin vorschlägt, sind absolut indiskutabel." Statt die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien zu subventionieren, müsse "alles auf den Faktor Forschung ausgerichtet werden".

Nach Meinung Clements muss der Salzstock im niedersächsischen Gorleben zum Endlager für Atommüll erklärt werden. Bis 2010 habe man rund zwei Mrd. Euro für die Erkundung des Salzstocks ausgegeben. "Es gibt bis heute kein einziges Argument gegen die Nutzbarkeit von Gorleben", sagte der frühere nordrhein-westfälische Ministerpräsident. Erst jüngst hatte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) die Union aufgefordert, nicht nur auf Gorleben zu setzen. Es müssten auch andere Standorte untersucht werden.

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