Abschlusskundgebung
Merkel läutet Wahlkampf-Schlussspurt ein

Die Kanzlerin bließ zur Schlussoffensive: Mit guten Prognosen und einer feurigen Ansprache im Gepäck erschein Angela Merkel am Samstag zur Wahlkampf-Abschlussveranstaltung der CDU in Berlin. Einen Tag vor den Wahlen zeigte die Union sich siegessicher - damit stehen CDU/CSU allerdings nicht allein.

HB BERLIN. Das Superwahljahr 2009 steht vor seinem mit Spannung erwarteten Höhepunkt: An diesem Sonntag sind 62,2 Mio. Bürger zur Wahl des neuen Bundestags aufgerufen. Nach allen Umfragen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beste Chancen, im Amt zu bleiben - völlig offen ist noch, welche Koalition sich aus der Wahl ergibt.

Die CDU-Vorsitzende rief ihre Anhänger am Samstag zu einem Wahlkampf bis zur letzten Minute auf. "Es lohnt sich, heute noch bis in die späten Abendstunden mit jedem Nachbarn und Freund noch ein Wort zu reden", sagte Merkel in Berlin. Wie die anderen Parteien hatte die Union ihre Anhänger zu einer Abschlusskundgebung gerufen. Zusammen mit dem aus München live zugeschalteten CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer gab sich Merkel siegessicher.

Merkel rief die Bevölkerung auf, an die Wahlurnen zu gehen. Am Sonntag gehe es um eine "Weichenstellung für Deutschland". Jeder Bürger habe die Möglichkeit, Politik mit zu gestalten. 2002 hätten 6 000 Stimmen entschieden.

"Wählen Sie nicht taktisch. Wählen Sie ganz einfach", sagte Merkel und verwies die Wähler auf die Bedeutung der Zweitstimme für sie als Kanzlerin. Am Sonntag gehe es darum, "dass wir als Union die Regierung stellen" und dies "in einer neuen Konstellation". Stabilität gebe es nur "mit einer starken Union in einer Koalition mit der FDP".

Platz für bequeme Wahrheiten gab es am Rande auch noch: Die Kanzlerin rechnet offenbar mit einem etwas schwächeren Wirtschaftsrückgang als bisher angenommen. Die deutsche Wirtschaft werde in diesem Jahr um fünf Prozent schrumpfen, sagte die CDU-Chefin am Samstag auf der Abschlusskundgebung ihrer Partei. In den vergangenen Wochen hatte die Kanzlerin stets von einem Rückgang für 2009 "zwischen fünf und sechs Prozent" gesprochen. In ihrer Rede vor mehreren tausend Anhängern ging sie allerdings nicht näher darauf ein, ob die Regierung damit ihre bisherige Einschätzung über das Ausmaß der schwersten Wirtschaftskrise nach dem Zweiten Weltkrieg tatsächlich leicht geändert hat.

Merkel, die erste wenige Stunden zuvor vom G-20-Gipfel aus Pittsburgh zurückgekehrt war, lenkte den Blick auf die Finanz- und Wirtschaftskrise. Es müsse jetzt gelingen, "Deutschland schnell wieder aus dem Tal herauszubringen", sagte sie. "Das gelingt nur mit einer starken Union, mit einer starken CDU, mit einer starken CSU", meinte Merkel.

Aufgabe der neuen Regierung in Deutschland müsse es sein, die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft weltweit zu verankern, sagte Merkel. Es gehe dabei "um die Verteidigung unserer Ideale". Dabei habe Deutschland nur eine Chance im Verbund mit den Staaten der EU. Merkel betonte dabei insbesondere die Freundschaft mit der französischen Regierung.

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