Äußerung zu Merkel
SPD-Politiker nehmen Struck in Schutz

Die SPD versteht die ganze Aufregung um die Kanzler-Vorlieben von Fraktionschef Peter Struck nicht: Hätte er geantwortet, er bevorzuge Angela Merkel als Regierungschefin, hätte es wohl erst recht Geschrei gegeben.

HB BERLIN. Der Sprecher des Kreises, Johannes Kahrs, sagte am Dienstag in der ARD: „Natürlich sieht es ein Sozialdemokrat so, dass Gerhard Schröder der bessere Kanzler gewesen wäre (...), und natürlich ist es so, dass man das auch sagen kann“. Die Koalition mit der Union sei ein Kompromiss, um Ergebnisse erzielen zu können.

Der bildungspolitische Sprecher der SPD, Jörg Tauss, pflichtete Kahrs bei. Die Frage an Struck sei schließlich gewesen, was ihm lieber wäre, „ein Kanzler Schröder oder eine Kanzlerin Merkel“, sagte Tauss weiter. Ein sozialdemokratischer Fraktionsvorsitzender, der nicht geantwortet hätte, dass ihm Kanzler Schröder lieber gewesen wäre, hätte anschließend mit merkwürdigen Fragen rechnen müssen. ´

Zugleich kritisierte Kahrs Bundeskanzlerin Angela Merkel, weil sie die Innenpolitik vernachlässige. „Kongo und andere Auslandseinsätze der EU sind ja ganz schön, aber Bundeskanzler sollten sich nicht in die Außenpolitik flüchten, sondern in der Innenpolitik sortieren“, betonte er. Die Ministerpräsidenten der Union würden durchaus etwas mehr Führung vertragen.

Struck hatte wörtlich erklärt: „Gerhard Schröder als Sozialdemokrat wäre mir immer der liebere Kanzler. Davon abgesehen: Er war entscheidungsfreudig.“ Merkel lote mehr aus. Generell habe er aber nichts an der Zusammenarbeit mit Merkel auszusetzen. Merkel hatte davor den Unmut der SPD auf sich gezogen, als sie Deutschland als Sanierungsfall eingestuft und damit indirekt Kritik an der Haushaltspolitik der rot-grünen Vorgängerregierung geübt hatte.

Merkel wiederum soll nach Informationen der „Rheinischen Post“ im Vorstand ihrer CDU eine mangelnde Zuverlässigkeit der SPD beklagt haben. „Die Handhabbarkeit der SPD-Fraktion ist immer etwas im Zweifel. Wie sehr man sich auf etwas verlassen kann, was mit der Führung vereinbart wird, ist sehr fraglich“, sagte sie nach Angaben nicht genannter Teilnehmer der Sitzung. Die Kanzlerin habe dies sowohl auf Fraktionschef Peter Struck als auch auf Parteichef Kurt Beck bezogen, hieß es. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) habe ihr beigepflichtet.

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