AfD gegen Flüchtlingspolitik
Berlin wappnet sich gegen Anti-Merkel-Demo

Seit Wochen demonstriert die AfD schon gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. Am Samstag will nun die Bundespartei in Berlin Merkel die rote Karte zeigen. Dagegen regt sich massiver Widerstand.

BerlinDie von der Alternative für Deutschland (AfD) für diesen Samstag geplante Anti-Asyl-Demonstration in Berlin sorgt für einen seltenen politischen Schulterschluss. Ein breites Bündnis aus Parteien, Gewerkschaften und linken Gruppen will sich der AfD entgegenstellen. „Der AfD-Aufmarsch passt nicht zum toleranten und weltoffenen Berlin“, sagte der Generalsekretär der Berliner CDU, Kai Wegner, dem Handelsblatt.

Die CDU werde daher gemeinsam mit anderen Parteien eine Gegendemonstration am Brandenburger Tor veranstalten. „Wir machen klar, dass Menschen, die dumpfe Ressentiments bedienen und die Flüchtlingskrise nutzen, um daraus parteipolitischen Profit zu ziehen, in der deutschen Hauptstadt nicht willkommen sind.“

Dass die AfD gegen die Flüchtlingspolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf die Straße geht, ist nicht neu. So hat die rechtspopulistische Partei in den letzten Wochen etwa in Thüringen schon Tausende Asylgegner mobilisiert. Dort wird immer mittwochs gegen die Bundesregierung protestiert. In Berlin hat der Landesverband der AfD bisher mit mäßigem Erfolg Protestkundgebungen abgehalten. Zuletzt kamen rund 300 Sympathisanten. An diesem Samstag soll das um ein vielfaches gesteigert werden. Immerhin tritt die Bundesparteispitze um Parteichefin Frauke Petry und Parteichef Jörg Meuthen als Veranstalter  auf.

Allerdings hat die AfD jetzt schon ihre Erwartungen für ihre Veranstaltung unter dem Motto „Asyl braucht Grenzen - Rote Karte für Merkel“ gedämpft. Zuerst meldete die Partei für 13 Uhr eine Demonstration durch die Ost-Berliner Innenstadt mit 10.000 Teilnehmern bei der Polizei an, dann wurde die Zahl nach unten korrigiert, nachdem doch viel weniger Anmeldungen in der Bundesgeschäftsstelle eingingen. Jetzt geht die AfD-Spitze nur noch von rund 5.000 Teilnehmern aus.

Treffpunkt ist der Neptunbrunnen vor dem Roten Rathaus im Bezirk Mitte. Dort werden die Europaabgeordnete und stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende, Beatrix von Storch, sowie der brandenburgische AfD-Fraktionsvorsitzende und Bundesparteivize Alexander Gauland die Eröffnungsreden halten. Anschließend soll es zum Hauptbahnhof gehen, wo dann Petry und Meuthen die Abschlusskundgebung bestreiten.

Gegen den AfD-Aufmarsch sind zahlreiche Kundgebungen angemeldet, die größte am Brandenburger Tor. Alle im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien sowie die Gewerkschaften DGB und Verdi rufen ab 15 Uhr zu einer gemeinsamen Kundgebung auf. Erwartet werden 5.000 Menschen.  

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