AfD
Gesamtmetall wettert gegen Euro-Kritiker

Bei Wählern trifft die Anti-Euro-Partei „Alternative für Deutschland“ auf Resonanz, doch die Wirtschaft sieht keine Alternative zum Euro. Die Rückkehr zur D-Mark wäre für Deutschland fatal, sagt Gesamtmetall-Chef Dulger.
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DüsseldorfGesamtmetall-Präsident Rainer Dulger hat der neuen Anti-Euro-Partei „Alternative für Deutschland“ eine deutliche Absage erteilt. „Eine Rückkehr zur D-Mark wäre für die Metall- und Elektroindustrie fatal“, sagte Dulger im Interview mit dem Handelsblatt (Montagausgabe) mit Blick auf die Kernforderung der Protestpartei, den Austritt aus dem Euro.

„Die Folge wäre eine deutliche und dauerhafte Aufwertung, die uns 30 bis 50 Milliarden Exportumsatz kosten würde - und zwar über Jahre, mit allen entsprechenden Konsequenzen für die Arbeitsplätze.“

Zwar müsse noch mehr geschehen, um das ungehemmte Schuldenmachen zu beenden, sagte Dulger. „Aber man soll bitte nicht die alten Zeiten nostalgisch verklären.

Zugleich erklärte Dulger, er sei sehr zufrieden mit dem Krisenmanagement von Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Ohne die Vernunft und den Weitblick von Frau Merkel und Herrn Schäuble wären wir heute in Europa ganz woanders“, sagte er. „Wir brauchen Europa, wir brauchen den Euro, wir brauchen den Binnenmarkt. Und wir sollten auch am meisten dafür tun, dass er erhalten bleibt.

Die laufende Tarifauseinandersetzung mit der IG Metall in der wichtigen Metall- und Elektroindustrie nannte der Gesamtmetall-Präsident eine Tarifrunde „der leiseren Töne“. Dulger: „Dies ist keine Krawallrunde.“ Und weiter: „Wenn die Gewerkschaft so früh solche Töne anschlägt, hat die IG Metall verstanden, wie heterogen unsere Branche momentan aufgestellt ist.

Das Angebot der Arbeitgeber von 2,3 Prozent sei „das, was in unserer Industrie überhaupt möglich ist“. Die Geschäfte der Branche liefen „durchwachsen“. „Keiner kann mit Sicherheit voraussehen, wie die nächsten acht Monate aussehen.“ Die IG Metall fordert in der Tarifrunde für die 3,7 Millionen Beschäftigten 5,5 Prozent und hat ab 1. Mai zu Warnstreiks aufgerufen.

Kommentare zu " AfD: Gesamtmetall wettert gegen Euro-Kritiker"

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  • Sie begreifen es nicht! Es muß eine Möglichkeit geschaffen werden, dass insolvente Staaten der Gemeinschaft aus dem Euro austreten! Eine Dauersubventionierung auf Kosten der Bevölkerung darf es nicht geben!
    Hierfür steht die A.f.D.; von einer zwangsläufigen Rückkehr zur DM ist nicht die Rede !
    Einige wollen es nicht begreifen oder reden wider besseren Wissens!
    Deshalb "Protestwahl" gegen die Etablierten!
    Die "Alternative für Deutschland" wird einige aufwecken!

  • Manchmal fasziniert funktioniert und der Instinkt der Massen doch ein wenig besser, als Expertenmeinungen! Da steht
    http://www.t-online.de/wirtschaft/schuldenkrise/id_63259586/oekonom-sinn-fordert-euro-austritt-griechenlands.html
    Es haben 256000 Besucher abgestimmt
    Es gibt keine wirtschaftlich sinnvolle Alternative - Eurozone und Euro werden bleiben.
    16.2%
    (41520 Stimmen)
    Die Eurozone wird zusammenbrechen und Deutschland zur D-Mark zurückkehren.
    29.2%
    (74764 Stimmen)
    Einige Länder werden aus dem Euro aussteigen - der Rest der Eurozone wird die gemeinsame Währung behalten.
    48%
    (122776 Stimmen)
    Es wird in Zukunft mehrere Euro-Varianten geben - etwa den Nord- und den Süd-Euro.
    5.3%
    (13539 Stimmen)
    Weiß ich nicht.
    1.3%
    (3401 Stimmen)
    Da staunt der Fachmann...

  • Da haben die deutschen Arbeiter und Angestellten aber wohl etwas falsch gemacht. Der Dulger lobt die Merkel, nasowas.
    Aber ich wundere mich über nichts mehr. Es ist allerdings eine ERKLÄRUNG dafür, warum die deutschen Arbeitnehmer sich so lange haben stillhalten lassen.
    Da haben sich die Kälber also ihren Schlachter gewählt.
    Höchste Zeit, dass die Wähler durch ihre reichliche Stimmabgabe für die AfD auch bei den Gewrkschaften ein Umdenken bewirken.

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