AfD-Parteiausschluss Höckes
„Mich auszuschließen, ist chancenlos“

Höcke, der zur rechten Seite der AfD gezählt wird, rechnet nicht mit seinem Parteiausschluss. Die Partei hat aufgrund Höckes Rede in Dresden einen Ausschluss gefordert. Er kritisiert Petry, dass er „fallen gelassen wird“.
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Hamburg/ErfurtDer vom Parteiausschluss bedrohte Thüringer AfD-Chef Björn Höcke rechnet nicht damit, die AfD verlassen zu müssen. „Die Juristen, die mich beraten, sagen mir: Der Versuch, mich auszuschließen, ist chancenlos“, sagte Höcke dem „Spiegel“. Kritik übte Höcke an Vorstandschefin Frauke Petry. „Die Botschaft an die Partei ist angekommen: Wer die Gunst der Vorsitzenden verspielt hat, wird fallen gelassen.“ Der Bundesvorstand hatte zu Wochenbeginn beschlossen, gegen den 44-Jährigen, der als Rechtsaußen in der AfD gilt, ein Parteiausschlussverfahren einzuleiten.

Der Vorstand zog damit die Konsequenz aus Höckes umstrittener Rede in Dresden, in der er unter anderem eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“ verlangte. Höcke hatte beklagt, die positiven Elemente der deutschen Historie würden im Vergleich zu den Gräueltaten der Nazi-Zeit nicht genügend beachtet. Zudem hatte er Parteikollegen unterstellt, sie würden die Ziele der AfD alsbald verraten, um Teil des Berliner Politbetriebs zu werden.

Höcke forderte die AfD-Spitze auf, ihn gegen die Maritim Hotelkette zu unterstützen, die ihm ein Hausverbot auch für ihr Hotel in Köln erteilt hatte. Dort soll im April der AfD-Bundesparteitag sein. Wenn der Vorstand dies dulde, sende er ein gefährliches Signal aus, dass „Außenstehende bestimmen, wer an einem AfD-Bundesparteitag teilnehmen darf und wer nicht. Ich persönlich möchte den Bundesparteitag nicht platzen lassen und werde meine Teilnahme wohl nicht erzwingen.“

Ein AfD-Parteitag an diesem Samstag in Arnstadt soll die Thüringer Delegierten zum Bundesparteitag bestimmen. Zudem wird die Landesliste der Kandidaten für die Bundestagswahl aufgestellt. In Thüringer AfD-Kreisen hieß es am Freitag, Höcke werde wohl bei der Entscheidung von Mitte Januar bleiben, nicht für die Bundestagswahl anzutreten.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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