AfD-Parteitag
„Lassen Sie uns nicht über jedes Komma streiten“

AfD-Parteivize, Alexander Gauland, hat auf dem Bundesparteitag in Stuttgart zur Geschlossenheit aufgerufen. Begleitet wird das Treffen von Protesten linker Demonstranten. Es gab bereits hunderte Festnahmen.

StuttgartBegleitet von Protesten linker Demonstranten ist die rechtspopulistische AfD am Samstag zum fünften Bundesparteitag zusammengekommen. Zu Beginn rief der stellvertretende Vorsitzende der Alternative für Deutschland, Alexander Gauland, die Mitglieder zu mehr Geschlossenheit auf. Gauland sagte am Samstag in Stuttgart vor rund 2000 Mitgliedern: „Lassen Sie uns nicht über jedes Komma streiten.“ Denn die Ziele sind hoch gesteckt. Nach dem zweitägigen Treffen soll am Sonntagabend soll das erste Parteiprogramm verabschiedet werden. Gauland hob hervor, dass seine Partei viele Nichtwähler wieder zu den Urnen gebracht habe. Die Erfolge der AfD würden „die etablierten Parteien inzwischen das Fürchten lehren“.

Für Debatten sorgte unter anderem die vom Parteivorstand angeordnete Auflösung des saarländischen Landesverbandes, weil dieser mit rechtsextremen Gruppen zusammenarbeitet. Als Bundesvorstandsmitglied Dirk Driesang das Thema anschnitt, ertönten laute Buh-Rufe im mit 2400 Mitgliedern, Förderern und Reportern voll besetzten Saal der Stuttgarter Messe.

Im Vorfeld des Parteitags haben sich zahlreiche Demonstranten auf dem Messegelände versammelt. Es kam zu Rangeleien zwischen ihnen und der Polizei. Rund 400 Protestler wurden in Gewahrsam genommen, berichtete die Polizei. Sie sprach von gewaltbereiten Linksautonomen. Die Protestler seien teilweise schwarz vermummt. Sie hätten Eisenstangen und Holzlatten dabei, hieß es. Auf der Bundesstraße 27 kam es zu Störungen, weil Demonstranten dort laut Polizei Autoreifen in Brand setzten. Die Straße war rund 20 Minuten gesperrt. Auch die Autobahn 8 Richtung München wurde von Protestlern kurzfristig auf einer Spur blockiert.

Auch in der Nähe des Tagungsorts blockierten Gegner den Zugang zu der Veranstaltung, wie eine dpa-Reporterin berichtete. Rufe wie „Nazis raus“ oder „Ade, Ade zu AfD“ waren zu hören. Die Polizei verfolgte mehrere Demonstranten quer über die Felder hinter dem Messegelände. Vor dem Eingang wurden mehr als ein Dutzend vorwiegend junger Demonstrationsteilnehmer mit Kabelbindern gefesselt und abgeführt. Die Demonstranten riefen „Flüchtlinge bleiben, Nazis vertreiben“ und „Wir kriegen Euch alle“.

Ein Augenzeuge berichtete, die Polizei habe bei den Protesten auch Pfefferspray eingesetzt. Mehr als 1000 Sicherheitskräfte sind vor dem Stuttgarter Messegelände in der Nähe des Flughafens im Einsatz, um Konfrontationen zwischen AfD-Parteimitgliedern und linken Demonstranten zu verhindern. Auch Wasserwerfer stehen bereit.

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Ausdruck eines „gesunden Patriotismus“

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