AfD will Seehofer nicht
„Nicht mal als Hofnarr im Kanzleramt mit Petry“

Für die Grünen wäre Seehofer nach seinen Äußerungen zu ARD und ZDF bei der AfD besser aufgehoben. Doch die will den CSU-Chef nicht haben, da ihm ein anderer Unions-Politiker schon zuvorgekommen sei.

BerlinHorst Seehofer äußert Kritik an den Medien. In einem Interview wirft der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef vor allem den öffentlich-rechtlichen Sendern eine Berichterstattung zur Flüchtlingskrise vor, die wenig mit der Realität zu tun habe. Das provoziert deutliche Reaktionen.

Die Grünen-Vorsitzende Simone Peter legte Seehofer einen Parteiwechsel zur rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) nahe. Bei Twitter schrieb sie: „Wann tritt #Seehofer zur #AfD über?“

Die AfD will Seehofer aber nicht haben. „Nicht mal als Hofnarr im Kanzleramt mit @FraukePetry!“, erklärte der Chef der NRW-AfD, Marcus Pretzell, bei Twitter. „Den Job hat @GOettingerEU sich jetzt gekrallt, das Schlaule“, fügte der Europaabgeordnete hinzu.

EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) hatte zuletzt mit scharfer persönlicher Kritik an Petry für Empörung gesorgt. Auf einer Veranstaltung am in Berlin hatte Oettinger mit Blick auf die AfD-Bundeschefin erklärt: „Wenn die komische Petry meine Frau wäre, würde ich mich heute Nacht noch erschießen.“ Im Deutschlandfunk legte Oettinger noch nach und stellte seine Äußerung in Beziehung zu Petrys Forderung, notfalls auch Schusswaffen gegen Flüchtlinge an den deutschen Grenzen einzusetzen.

Petry wertete die Äußerungen als geschmacklos. „Herr Oettinger, Ihr Kopfkino ist unappetitlich“, sagte hatte sie der „Bild“ gesagt. „Ich frage mich, was Ihre Frau wohl dazu sagt.“

Petrys Lebensgefährte, Pretzell, erklärte über Twitter, dies sei „nicht der erste Vorschlag von Herrn Oettinger, den ich ablehnen muss“. In einem weiteren Tweet spielte Pretzell auf den weit verbreiteten Spott an Oettingers Englisch-Kenntnissen an: „Er schießt, wie er Englisch spricht.“

Im vergangenen Monat hatte Petry in einem Zeitungsinterview über den Schusswaffengebrauch an der deutschen Grenze gesprochen: „Kein Polizist will auf einen Flüchtling schießen. Ich will das auch nicht. Aber zur Ultima Ratio gehört der Einsatz von Waffengewalt.“

Auch Seehofer handelte sich mit seinen Aussagen zu ARD und ZDF scharfe Kritik ein. Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat deren Berichterstattung pauschal kritisiert. Es gebe ein Problem bei den Medien, vor allem bei den öffentlich-rechtlichen, sagte der CSU-Vorsitzende dem „Spiegel“: „Überspitzt gesagt: Wenn die nicht Livesendungen hätten, dann hätten sie wenige der Lebenswirklichkeit entsprechende Programminhalte.“

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„Wahlkampfhilfe für die AfD“

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