Afghanistan-Einsatz
SPD droht dem Verteidigungsminister

SPD-Fraktionsvize Gernot Erler fordert eine deutliche Verringerung der deutschen Truppen in Afghanistan noch in diesem Jahr. Falls die Regierung ihre entsprechende Ankündigung nicht wahrmache, werde sie das bereuen.
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DüsseldorfDer Ton im Streit zwischen der Bundesregierung und der Opposition um den geplanten Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan wird schärfer. SPD-Fraktionsvize Gernot Erler droht mit einem Nein bei der im kommenden Jahr anstehenden Mandatsverlängerung, falls die Bundesregierung ihre ursprünglichen Abzugsankündigungen nicht in die Tat umsetzt. „Wir brauchen einen klaren Beschluss des Kabinetts, dass der Abzug noch in diesem Jahr begonnen wird, und zwar nicht in einer symbolischen, sondern in einer substanziellen Größenordnung“, sagte Erler Handelsblatt Online. Außerdem forderte er einen „Fahrplan für eine weitere deutliche Verkleinerung des deutschen Truppenkontingents ab 2012“.

Zuvor hatte Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) beim Treffen mit seinen Amtskollegen in Brüssel vor einem übereilten Truppenabzug aus Afghanistan gewarnt. „Von einem Baum herunterzuklettern ist komplizierter als schnell hinaufzugehen, sagte de Maizière. Er forderte, weniger über Zahlen und mehr über Strategien zu reden. Man brauche dabei „so etwas wie strategische Geduld“, sagte der Minister.

„Für uns stellt sich die Frage, was der Verteidigungsminister unter strategischer Geduld versteht“ sagte Erler Handelsblatt Online. „Wenn es bedeutet, dass die angekündigten Abzugspläne jetzt reine Makulatur sind, haben wir keine andere Möglichkeit, als bei der Verlängerung des Mandats mit nein zu stimmen.“

Erler erinnerte an die Ankündigung von Bundesaußenminister Guido Westerwelle, beim Abzug synchron mit den Verbündeten vorzugehen. Nachdem US-Präsident Barack Obama im Juni konkrete Pläne für einen beginnenden US-Truppenabzug noch in diesem Jahr vorgelegt hatte, hatte auch die Bundesregierung erklärt, bis Jahresende die Zahl der Soldaten in Afghanistan reduzieren zu wollen. Die USA hatten angekündigt, noch vor Ende des Jahres 10 000 Soldaten nach Hause zu holen. Damit gaben sie das Startsignal für den Abzug der internationalen Schutztruppe Isaf.

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  • Jau, die Kausalitaeten sollten auf den Tisch >Russen > Freiheitskaempfer > Bush(CIA)/Bin Laden (Al-trallala)> USA >< Taliban ....war- against Terror (who is the real terrorist ? )

  • Hört dann damit auf, false flag terror attacken durchzuführen und die Welt ist viel friedlicher

  • Und wer bitte schützt dann den Drogenabau ???

    90% der Welt (Mohn) Drogen kommen unter dem NATO-Schutz aus Afganistan. Darum ist dioe NATO da

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