Afghanistan
Steinmeier reist zu verletzten Soldaten

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat die sieben deutschen Soldaten besucht, die am Mittwoch bei Anschlägen in Afghanistan verletzt worden sind. Zu der Tat hatte sich die radikal-islamische Taliban-Miliz bekannt. Verteidigungsminister Franz Josef Jung verurteilte die Angriffe, sah aber keinen Zusammenhang mit dem Steinmeier-Besuch.

HB MASAR-I-SCHARIF/BERLIN. Nach den Anschlägen auf die Bundeswehr in Afghanistan, bei denen ein Soldat getötet und neun weitere verletzt worden waren, traf Außenminister Frank-Walter Steinmeier am Donnerstag im Feldlager Masar-i-Scharif im Norden des Landes ein. Der SPD-Politiker kam am frühen Vormittag mit einem Bundeswehrflugzeug aus Kabul in dem Lager an, wo sich das Einsatzlazarett der deutschen Afghanistan-Truppen befindet. Dorthin wurden auch sieben Soldaten gebracht, die bei den zwei Anschlägen am Mittwoch verletzt worden waren.

In einer kurzen Ansprache verurteilte Steinmeier die Anschläge nochmals. „Die Täter schrecken auch vor kaltblütigem Mord nicht zurück, um ihr Ziel zu erreichen.“ Deutschland werde sich von seinen Engagement von dem Wiederaufbau Afghanistans und der Bekämpfung des Terrorismus aber nicht abbringen lassen. „Nie wieder darf Afghanistan der Hort für weltweit agierenden Terrorismus werden.“ Die Angehörigen des getöteten Soldaten sprach der Außenminister sein Beileid aus.

Bei dem zweiten Anschlag am Abend war ein Soldat ums Leben gekommen. Nach offiziellen Angaben war er bei einer Patrouillenfahrt in der Nähe des deutschen Lagers in Kundus mit seinen Kameraden in einen Hinterhalt geraten. Vier weitere Soldaten wurden bei dem Feuergefecht leicht verwundet. Wenige Stunden zuvor waren bereits bei einem Selbstmord-Attentat in der Nähe von Kundus fünf andere deutsche Soldaten leicht verletzt worden. Zu der Tat hatte sich die radikal-islamische Taliban-Miliz bekannt. Vermutet wird, dass sie auch hinter dem zweiten Anschlag steckt.

Steinmeier hatte den Angriff bereits am Abend als „feigen und heimtückischen Anschlag“ verurteilt. Deutschland dürfe sich aber auch von solchen Gewalttaten nicht davon abhalten lassen, „unsere Arbeit für eine bessere Zukunft dieses geschundenen Volkes fortzusehen“. Insgesamt kamen bei dem Einsatz am Hindukusch seit 2002 bisher 32 deutsche Soldaten ums Leben. Derzeit sind mehr als 3800 Bundeswehrangehörige in Afghanistan stationiert.

Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) verurteilte die Anschläge auf die Bundeswehr in Afghanistan als „hinterhältig und verbrecherisch“. Die Anschläge machten deutlich, dass der Einsatz für den Frieden „mit Gefahren für Leib und Leben verbunden“ sei. Jung betonte am Donnerstagmorgen in Berlin ebenfalls, dass die Bundeswehr ihre Arbeit in Afghanistan weiterführen wolle. „Dies sind wir auch unseren gefallenen und verwundeten Soldaten schuldig“. Wenn man Vertrauen in der Bevölkerung des Landes am Hindukusch wolle, dürfe man sich nicht zurückziehen.

Die Anschläge seien vermutlich von langer Hand geplant worden, sagte der Minister. Er ging deshalb davon aus, dass kein Zusammenhang mit dem Afghanistan-Besuch von Außenminister Steinmeier besteht. Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, sprach von einer „militärisch geplanten Aktion“. Die Angreifer seien anders vorgegangen als bei bisherigen Anschlägen.

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