AKW Brunsbüttel
Verrostete Atommüllfässer aufgefunden

Bereits Mitte Dezember 2011 stellte der Energiekonzern Vattenfall Schäden an Atommüllfässern im AKW Brunsbüttel fest. Erst einen knappen Monat später informierten die Schweden die zuständigen Behörden.
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BerlinNach dem Fund verrosteter Atommüllfässer im AKW Brunsbüttel hat der Energiekonzern Vattenfall eingeräumt, die Aufsichtsbehörde zu spät informiert zu haben. Dies sei nicht akzeptabel und werde unternehmensintern analysiert und aufgearbeitet, erklärte das Unternehmen am Mittwoch. Der schwedische Konzern räumte ein, bereits am 15. Dezember vergangenen Jahres Schäden an der Fassummantelung festgestellt zu haben, das zuständige Justizministerium in Kiel aber erst am 11. Januar informiert zu haben.

Eine unzulässige Radioaktivität sei nicht freigesetzt worden, erklärte Justizminister Emil Schmalfuß. Für Mitarbeiter und Anwohner habe keine Gefahr bestanden. Allerdings wollte das Ministerium nicht ausschließen, dass etwa beim Anheben oder Umsetzen der zum Teil stark zersetzten Fässer radioaktive Stoffe freigesetzt werden. Deshalb stoppte der Minister die Arbeiten an den Abfällen, die in Container umgefüllt und in der Anlage Schacht Konrad endgelagert werden sollen.

Die Landesregierung kritisierte die Informationspolitik des Betreibers scharf. Rein juristisch betrachtet mag es sich nicht um ein meldepflichtiges Ereignis gehandelt haben, erklärte Schmalfuß. Der Vorfall sei aber so bedeutsam, dass eine umgehende Meldung an die Aufsichtsbehörde zwingend erforderlich gewesen sei.

Nach der Reaktorkatastrophe in Japan im vergangenen Jahr ließ die Bundesregierung zahlreiche ältere Atomkraftwerke stilllegen. Auch Brunsbüttel soll nicht mehr angefahren werden. Wegen seiner Informationspolitik ist Vattenfall mehrfach in die Kritik geraten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " AKW Brunsbüttel: Verrostete Atommüllfässer aufgefunden"

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  • Bescheuert sehen nur die aus, die sich nicht informieren. In den Fässern der Endlager ist alles einBETONIERT und sind für das verrosten ausgelegt, selbstverständlich TÜV geprüft.

  • Der Normalbürger muss auch mehr als doppelt soviel für Strom bezahlen als vor 12 Jahren, weil die Politiker glauben sie können lustig weiter machen und die Bürger "melken" bis zum gehtnichtmehr. Man hat ja keine Wahl, denn alle Parteien die es in den Bundestag schaffen sind entweder "schwarzgrün", "rotgrün", "gelbgrün" oder nur "grün".

  • Es gibt bei der grünen Politik eine Doppelmoral. Höchste Vorschriften für die einen (AKW), geringe Vorschriften für die anderen (fossile Energien, Gas, Heizöl).
    Um an ihr Beispiel mit der Fahrerflucht anzuknüpfen: Ja, schärfste Vorschriften wenn sich jemand nach einem Crash vom Unfallort entfernt, Haftstrafen, Grossfahndung.... außer es ist ein Fahrradfahrer gewesen, dann drückt die Polizei ein Auge zu! Warum? Weil sie keine Energie verbrauchen dürfen die sich alles erlauben - so die Öko-Logik.

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