Alle Tarifverträge gekündigt
Elektrohandwerker: IG Metall nicht tariffähig

Das bayerische Elektrohandwerk will der IG Metall gerichtlich die Tariffähigkeit absprechen lassen - die Gewerkschaftler hatten an der bisherigen Urlaubsregelung festgehalten.

HB DÜSSELDORF. Mit einer Klage vor dem Arbeitsgericht will das bayerische Elektrohandwerk der IG Metall die Tariffähigkeit absprechen lassen. Ein entsprechender Antrag sei beim Arbeitsgericht Frankfurt gestellt worden, sagte der Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes für das Bayerische Elektrohandwerk, Hans Baumgärtler, am Freitag in München.

Die Klage werde der IG Metall voraussichtlich in der kommenden Woche zugestellt. Parallel habe man alle bestehenden Tarifverträge mit der Gewerkschaft für Bayern gekündigt. „Die IG Metall entzieht sich ihrer Verantwortung als Tarifpartei“, sagte Baumgärtler. Wenn das Gericht im Sinne der Arbeitgeber entscheiden sollte, dürfte die Gewerkschaft keine Tarifverträge mehr abschließen. Die IG Metall übte heftige Kritik.

Nach Angaben von Baumgärtler richtet sich die Klage gegen die IG Metall auf Bundesebene als Rechtsperson. Die Tariffähigkeit wolle man der Gewerkschaft aber nur bezogen auf das bayerische Elektrohandwerk aberkennen lassen.

Die IG Metall reagierte empört. „Offensichtlich will das Elektrohandwerk mit der Kündigung aller Tarifverträge die sozialpolitischen Grundsätze verlassen. Damit trennen sie fast alle Drähte zur Gewerkschaft“, erklärte der bayerische IG-Metall-Chef Werner Neugebauer.

Zugleich verweigerten die Arbeitgeber tarifpolitische Fortschritte wie beispielsweise Regelungen zur Altersteilzeit. Die Gewerkschaft will in den kommenden Wochen mit ihren Funktionären in den Betrieben über Konsequenzen beraten. „Ein Ziel wird die Aufrechterhaltung der Tarifstandards durch Haustarifverträge sein“, erklärte Neugebauer.

Der Landesinnungsverband wirft der IG Metall vor, bestimmte Regelungen zur Senkung von Lohnkosten zu verweigern. So habe man die Streichung von ein bis zwei Urlaubstagen vorgeschlagen, die finanziell abgegolten werden sollten.

Die IG Metall habe aber erklärt, an einem 30-tägigen Urlaub und Arbeitszeitverkürzungen werde nicht gerüttelt, sagte Baumgärtler. „Wir sind der Meinung, dass der Tarifpartner die Bereitschaft zeigen muss, sich an die geänderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Europa anzupassen.“

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